Noch keine Spur

Laos-Höhle: Kaum noch Hoffnung für zwei Vermisste

Ausland
29.05.2026 10:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im dramatischen Höhlendrama in Laos schwinden die Hoffnungen, zwei weiterhin vermisste Goldsucher lebend zu finden. Etwa 95 Prozent des überfluteten Tunnelsystems wurden erfolglos durchsucht. „Wir haben nicht mehr viele Orte übrig, an denen wir suchen können“, erklärte der bekannte finnische Höhlentaucher Mikko Paasi. Die Chancen seien „sehr gering“.

Paasi gilt als einer der erfahrensten Höhlentaucher weltweit und hilft bei der Koordination der Mission in Laos. Bereits bei der erfolgreichen Rettung eines in der Tham-Luang-Höhle in Thailand eingeschlossenen Jugendfußballteams im Jahr 2018 spielte er eine entscheidende Rolle. Als am Mittwoch fünf der in Laos Eingeschlossenen lebend entdeckt wurden, war er an vorderster Front dabei.

Es gebe in den bisher unzugänglichen Bereichen der Höhle keine trockenen Stellen, an denen Menschen eine Woche lang hätten überleben können, betonte Paasi mit Blick auf die zwei als verschollen geltenden Männer. Auch hätten die fünf Überlebenden selbst nicht gewusst, dass zwei weitere Personen vermisst würden.

Mikko Paasi mit weiteren Rettungskräften an der Unglücksstelle
Mikko Paasi mit weiteren Rettungskräften an der Unglücksstelle(Bild: AP)

„Wir tasten mit Armen und Beinen“
Derweil arbeiten die Einsatzkräfte fieberhaft daran, die Männer aus der Höhle in der nördlichen Provinz Xaisomboun zu bergen. Die Gruppe sitzt seit zehn Tagen Hunderte Meter vom Eingang fest, nachdem heftige Regenfälle die Goldmine geflutet und einen Erdrutsch ausgelöst hatten. Kollegen, die sich retten konnten, hatten Alarm geschlagen.

Die Rettung gilt als extrem gefährlich. Nach Angaben der Taucher herrscht in den engen Tunneln praktisch keine Sicht. „Unter Wasser tasten wir mit Armen und Beinen“, sagte Paasi. Teilweise müssten Taucher sogar ausatmen, um sich durch die engen Passagen zwängen zu können. Zudem bestehe bei Regen jederzeit die Gefahr neuer Überflutungen oder Einstürze.

Die fehlende Sicht in den engen Tunneln stellt die Retter vor Herausforderungen.
Die fehlende Sicht in den engen Tunneln stellt die Retter vor Herausforderungen.(Bild: AP)

Die Retter erwägen zwei Möglichkeiten: Entweder soll weiter Wasser aus der Höhle gepumpt werden, oder die Überlebenden müssen durch die überfluteten Tunnel tauchend herausgebracht werden – obwohl sie damit keine Erfahrung haben. Das Abpumpen wäre laut Paasi die sicherere Lösung, habe bisher wegen der engen Schächte aber kaum funktioniert.

Eingeschlossene sind körperlich und mental stabil
Die fünf Überlebenden seien jedoch körperlich und mental erstaunlich stabil. Als Bergarbeiter seien sie an enge unterirdische Räume gewöhnt und litten nicht unter Platzangst, sagte Paasi. Auch hätten sie ausreichend Nahrung und Wasser dabeigehabt, weil sie ohnehin mehrere Tage in der Mine verbringen wollten.

Nach Angaben einer thailändischen Rettungsorganisation wurden inzwischen weitere internationale Spezialisten angefordert. Unter anderem werden Experten aus Malaysia, Japan und Frankreich erwartet. Auch der australische Tauchspezialist Josh Richards ist auf dem Weg.

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