UNO-Generalsekretär António Guterres hat Israels Vorgehen gegen die palästinensische Terrororganisation Hamas bzw. die pro-iranische Terrororganisation Hisbollah wiederholt kritisiert und vor Kriegsverbrechen gewarnt. Nun dürfte der Portugiese aus Sicht der israelischen Regierung den Bogen überspannt haben. Guterres wurde mit einem Einreiseverbot belegt.
Der israelische Außenminister Israel Katz begründete das am Mittwoch damit, dass Guterres den iranischen Großangriff auf Israel nicht „unmissverständlich verurteilt“ habe. „Jeder, der den Iran für seinen heimtückischen Angriff auf Israel nicht eindeutig zu verurteilen imstande ist, (...) verdient es nicht, seinen Fuß auf israelischen Boden zu setzen“, schrieb Katz auf der Kurznachrichtenplattform X.
Stein des Anstoßes ist ein Posting auf X, in welchem der UNO-Generalsekretär während der jüngsten Angriffsserie des Irans auf Israel zwar von einer weiteren Eskalation warnte und eine sofortige Waffenruhe verlangte, doch den Raketenhagel aus dem Iran mit keinem Wort verurteilte (siehe Posting unten).
Deutsche Regierung kritisiert Einreiseverbot
Die deutsche Regierung bezeichnete das Vorgehen Israels als „nicht besonders hilfreich, denn am Ende braucht es ja mehr Gespräche und nicht weniger Gespräche“, wie ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin erklärte. Er fügte hinzu: „Wir sollten uns nicht selbst Gesprächskanäle nehmen, die möglicherweise dazu beitragen können, eine Lösung herbeizuführen.“
Netanyahu: „Der Iran hat einen großen Fehler gemacht“
Der Iran hatte am Dienstag nach Angaben der israelischen Armee rund 200 Raketen auf Israel abgefeuert, die meisten sollen abgefangen worden sein. Für den iranischen Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei ist der Angriff damit jedoch noch nicht beendet. Die iranischen Angriffe waren laut Revolutionsgarden eine Reaktion auf die Tötung von Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah bei einem israelischen Luftangriff vom Freitag. Zudem wirft der Iran Israel vor, den Chef der im Gazastreifen regierenden radikalislamischen Hamas, Ismail Haniyeh, Ende Juli in Teheran getötet zu haben.
Israels Premier Benjamin Netanyahu drohte umgehend mit Vergeltungsschlägen und betonte: „Der Iran hat einen großen Fehler gemacht.“
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