Jetzt ist der Stall wirklich leer! Einen Monat nach der behördlichen Schafabnahme sind jetzt auch die Rinder weg. Dem Bauern bleiben nur noch zwei Katzen und ein Gockelhahn – letzter könnte auch noch geholt werden – und die Hoffnung, im baldigen Prozess gegen die Behörde zu gewinnen.
„So, der Stall ist jetzt leer“ – Bauer Roland Sch. (41) hat am Donnerstag um halb fünf Uhr in der Früh die letzten Rinder auf einen Transporter, der in die Steiermark geht, getrieben. „Eigentlich wollte man sie erst Mittag holen, aber da habe ich mich geweigert, das wäre bei der Hitze eine Qual gewesen“, sagt der Bauer aus Steinerkirchen an der Traun, über den – wie berichtet – die Bezirkshauptmannschaft Wels-Land wegen des Ernährungszustands der Schafe ein Nutztierhalteverbot verhängt hatte und dem 50 Tiere behördlich abgenommen worden waren. Auch die mehr als 100 Rinder mussten abgegeben werden – nach etwas mehr als einem Monat wurden nun die letzten geholt.
Trächtiges Schaf war gar nicht „schwanger“
Zwei Schafe, die wegen vom Tierarzt festgestellter Trächtigkeit bis zum „Lampeln“ bleiben durften, sind seit einigen Tagen auch weg – eines war übrigens gar nicht tragend gewesen. „Dafür haben andere, die nicht als hochträchtig galten, kurz nach der Abnahme Lämmer geboren“, versteht der Bauer die Vorgangsweise der Bezirksbehörde nicht.
Die Rinder wollten sichtlich nicht auf den Transporter. Jetzt ist der Stall leer. Die Katzen und den Gockel fang’ ich nicht ein.
Roland Sch. (41), Landwirt in Steinerkirchen/T.
Stall soll sich wieder füllen
Bleiben am Stallgelände nur noch zwei Katzen, die täglich vom Bauern gefüttert werden, und ein Gockelhahn, der vor mehreren Jahren „zugeflogen“ und geblieben war. „Jetzt hab’ ich noch für eine Woche damit zu tun, den Stall zu putzen und zu desinfizieren. Dann sind es nur noch wenige Tage bis zur Verhandlung am Landesverwaltungsgericht in Linz“, hofft der Bauer, dass die Berufung gegen das Tierhalteverbot zu seinen Gunsten ausgehen und er den Stall wieder füllen wird.
Jobangebot gab´s schon
„Ich hätte aber auch sofort einen anderen Job gehabt“, sagt der 41-Jährige. Nach dem „Krone“-Bericht über die Tierabnahme hatten mehrere Firmen bei ihm angeklopft, um ihm Arbeit anzubieten. Doch dies sei nur eine Notlösung. Er möchte wieder Bauer sein.
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