Fischen wird´s zu heiß

„Dramatische Situation wie sonst erst Ende Juli“

Oberösterreich
29.05.2026 12:00

Die lang anhaltende Dürre und die für Ende Mai außergewöhnliche Hitzewelle setzen auch den Flossenträgern zu. Die ersten Fische sterben wegen niedrigen Wasserstands und hohen Temperaturen in den Bächen. Dabei könnte das Schlimmste erst kommen, denn eigentlich kommen diese Probleme erst im Hochsommer.

Fast 19 Liter Regen pro Quadratmeter – allerdings nur in Windhaag bei Perg. Hier ging am Mittwoch ein lokales Gewitter nieder, das den Pegel der Naarn um 15 Zentimeter anschwellen ließ. Doch dieser Anstieg war nicht nachhaltig. „Die Pegel sinken überall, teilweise sind Bäche schon trockengefallen. Etwa an der Mattig“, weiß Klaus Berg, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes OÖ schon von ersten Fischsterben ob der Enns wegen der andauernden Dürre und Hitze.

Kälteliebende Fische sind die Verlierer
Mehr als die Hälfte der Pegel der oö. Bäche und Flüsse zeigen Niedrigwasser, aber dafür viel zu hohe Temperaturen, teilweise schon 20 Grad und mehr. „Das ist vor allem für kälteliebende Fische wie Forellen und Koppen ein echtes Problem“, sagt Berg, der sich besonders um die Forellen- und Äschenbestände in Oberösterreich sorgt, und: „Wir haben aktuell eine derart dramatische Situation, die wir sonst nur von Ende Juli oder Anfang August kennen.“

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Weiter nach oben im Flusslauf können die Forellen nicht ausweichen, ihr Lebensraum wird immer kleiner.

Klaus Berg, Landesfischereiverband OÖ

Negativer Jackpot befürchtet
Nachschub an Wasser von oben ist dringend nötig, doch fürchtet der gelernte Biologe, dass es zum negativen Jackpot kommen könnte, wenn starke Gewitter ihre Kraft entfalten. Starkniederschläge würden für lokale Hochwässer sorgen, viele Sedimente in die Flüsse einbringen und geschwächte Flossenträger bedrohen.

Keine zehn Prozent mehr „auf grün“
Nachhaltige Niederschläge hat Geosphere-Austria-Meteorologe Alexander Ohms ohnehin nicht in den Karten, langfristig ist heuer mit einem zu warmen und trockenen Sommer zu rechnen. Das ist eine Hiobsbotschaft nicht nur für Wasserbewohner, sondern auch für Landwirtschaft und Wasserversorger. Denn in Oberösterreich stehen nur noch vier der mehr als 50 Grundwasserpegel auf „grün“, alle anderen zeigen „niedrigen“ oder „sehr niedrigen“ Wasserstand an.

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