Der Start erfolgt auf 5400m Seehöhe! Allein das Antrittsgeld beträgt 1000$! Auf den Spitzenplätzen landeten in den letzten zehn Jahren immer nur Lokalmatadore aus Nepal, welche die extrem dünne Luft gewöhnt sind! Doch nun wagt Olympiasieger Christian Hoffmann das Abenteuer des „Everest Marathon“ – und will beim höchsten Rennen der Welt hoch hinaus.
Das ist der Gipfel! Das höchste Rennen der Welt! Eines der härtesten auf diesem Planeten! Welches nun ein Oberösterreicher in Angriff nimmt, der sportlich immer schon hoch hinaus wollte und kam: Christian Hoffmann.
Name in Anerkennung an Erstbesteigung des Mount Everest
Im Langlaufen schaffte es der Mühlviertler ganz an die Spitze zu Olympischem Gold (2002 in Salt Lake City über 30 km Freistil). Nun nimmt der heute 51-Jährige den „Everest Marathon“ in Angriff. der in Anerkennung der ersten erfolgreichen Besteigung des höchsten Gipfels der Welt durch Tenzing Norgay Sherpa und Sir Edmund Hillary am 29. Mai 1953 offiziell „Tenzing Hillary Everest Marathon heißt und jährlich an diesem 29. Mai steigt.
Wenn die Luft extrem dünn wird
Wobei schon das Erreichen des Starts eine große Herausforderung ist: Dieser erfolgt auf 5400m Seehöhe (!) am Base Camp, von wo aus der Aufstieg des Mount Everest Peak durch den Eisfall beginnt. „Das ganze Gebiet wollte ich immer schon mal sehen und erleben – in Verbindung mit diesem Rennen ist es noch mal ein anderes Ziel“, sagt der erfahrene Trailrunner und (Ski-)Bergsteiger.
Im Kopf hab’ ich das Event seit Jahren, aber es hat nie richtig reingepasst – und zugetraut hab’ ich’s mir bisher läuferisch auch nicht.
Olympiasieger Christian Hoffmann
„Im Kopf hab’ ich das Event seit Jahren, aber es hat nie richtig reingepasst – und zugetraut hab’ ich’s mir bisher läuferisch auch nicht.“ Doch nun machte sich „Hoffi“ am 17. Mai auf den Weg nach Nepal, wo das Hauptkriterium nicht die unproblematischen Temperaturen sind sondern freilich die enorme Höhe und dünne Luft. Bei einem der herausfordernsten Rennen der Welt, macht der Mangel an Sauerstoff jeden Schritt mühsam, sind Atteste, Höhenerfahrung und einige Akklimatisierungstage Pflicht.
Tipps von Sabrina Filzmoser
Hoffmann, der sich auch Tipps von der Nepal- und Berg-erfahrenen Judo-Grand-Dame Sabrina Filzmoser Tipps holte, bereitete sich im Gegensatz zu manch anderem Starter ohne Höhenzelt vor. „Ich war einige Male am Glockner, Dachstein, Kitzsteinhorn – was bei uns eben möglich ist. Grundsätzlich hab’ ich mit Höhe kein Problem und auf rund 3000m hab’ ich das Akklimatisieren gut im Griff“, sagt „Hoffi“.
„Eine ganz andere Liga“
Hoffmann hat Erfahrungen beim Fujijama Mountain Race (höchster Berg Japans) oder beim Elbrus (höchster Berg Europas). „Dort schläfst du aber auf 2000m, fährst dann mit der Gondel hoch auf 3800m. Das jetzt ist noch mal eine ganz andere Liga“, erklärt er, dass man die letzten Tage in extremer Höhe und die letzte Nacht am Base Camp verbringt. Den Trip zum Start hat er sich mit aus Nepal stammenden Bekannten selbst organisiert. „Das spart Zeit und Geld“, so Hoffmann, den alleine das Startgeld (inkl. zwei Nächtigungen am Base Camp) für das auf 200 Starter limitierte Rennen immer noch 1000 Dollar kostet, welches in der Vergangenheit schon mancher Österreicher gewagt hat.
Top-10 als hohes Ziel
„In den Siegerlisten der letzten zehn Jahre stehen in den Top-3 aber nur Nepalesen. Sie sind die Verhältnisse gewohnt – und sie haben auch gute Kontakte zum Militär. Ich vermute, sie gehen die 55 km zum Start auch nicht rein, sondern werden geflogen“, so Hoffmann vor der (Tor-)Tour. Für die insgesamt 42 km auf steinigen Trails über die traditionell genutzten hohen Sherpa-Pfade im Khumbu-Tal ins Ziel nach Namche Bazaaru, das (nach an die 2000m Gegenanstieg) auf 3400m liegt, wäre eine Zeit um die vier Stunden top. Angepeilt wird vom Olympiasieger ein Platz unter den ersten 10! Ein hohes Ziel – passend zum höchsten Marathon der Welt!
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