Junge Künstler aus der Steiermark reisten zur Biennale in Venedig. Sie sollen Trends kennenlernen und Netzwerke mit nach Hause bringen. Währenddessen geht das Bangen um die Finanzierung von Stipendien weiter.
Österreich ist heuer die Attraktion auf der Biennale in Venedig. Mit „Seaworld Venice“ lässt Choreografin Florentina Holzinger nackte Frauenkörper zu Glockenschlägeln werden, die die Katastrophe einläuten: Die Welt geht unter und wir fahren Jetski.
Sieben junge steirische Künstler standen vergangene Woche gemeinsam vor dem Aquarium aus geklärtem Urin, in dem eine Performerin bis zu acht Stunden lang sitzt. Sie alle sind Stipendiaten des Landes Steiermark. „Das stärkt ihr Netzwerk. Es entstehen spannende Kooperationen“, sagt Christiane Kada, die die Stipendiaten betreut. „Die Reise zur Biennale ist eine langjährige Tradition, die schon in Zeiten von Josef Krainer II begonnen hat.“
„Kulturelles Leben profitiert massiv“
Es sei wichtig zu sehen, welche Kunst außerhalb der Steiermark entsteht, sagt Performance-Künstlerin Miriam Schmid. Sie ist aktuell auf einem zweimonatigen Recherche-Auslandsaufenthalt in Belgrad. „Wenn man sich gemeinsam Kunst ansieht und reflektiert, entstehen viele neue Perspektiven. Das kulturelle Leben in der Steiermark profitiert massiv vom Austausch.“
Doch wie viele andere kulturelle Institutionen sind auch die diversen Kunst-Stipendien des Landes gefährdet. Das Geld fehlt – und der Spardruck wird nur noch größer werden, wenn Landesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) die 22 Millionen Euro, die durch die Abschaffung der ORF-Landesabgabe ab 2027 wohl wegfallen werden, in seinem Ressort kompensieren muss. Bedroht könnte auch das Kunstraum-Stipendium sein, eine Anschubfinanzierung etwa für ein eigenes Atelier. Neben der bildenden Künstlerin Verena Preininger und dem Fotografen Peter Rieser, die ebenso dabei waren, profitiert davon aktuell Medienkünstlerin Nina Ortner aus St. Stefan ob Stainz. „Mit der Dauer über zwei Jahre kann man sich etwas anmieten und nachhaltig aufbauen – nicht nur für eine Person, sondern für viele.“
An Venedig schätzt sie die „tolle Möglichkeit, sich zu vernetzen“ – etwa mit Vertretern des Universalmuseum Joanneum, die die Reise auch begleiteten. „Es ist wichtig, dass wir Trends in der zeitgenössischen Kunst international verfolgen“, sagt der wissenschaftliche Direktor Marko Mele. „So können wir frisch sein und das Publikum mit neuen, spannenden Kunstwerken begeistern.“
Die Reise erfolgte auf Einladung des Universalmuseum Joanneum.
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