Bizarre Erkenntnis. Die Unzufriedenheit der Österreicher, der Europäer mit ihren Regierungen – sie wächst. Neuerdings wächst auch die Erkenntnis, was daran schuld sein könnte – und zwar in eine bizarre Richtung. Das kommentiert heute Claus Pándi in der „Krone“. Er schreibt über die „brandneue Diagnose der küchenpsychologischen Abteilung des Hamburger Elitenblatts ,Die Zeit´.“ So sei der geistige Zustand, an dem Europas Regierungen leiden „Politische Demophobie“. Gemeint ist damit eine angeblich übersteigerte Angst der Politiker vor dem Volk. Pándi: „Die Schlauköpfe, denen solche Analysen einfallen, wissen natürlich, wer die Übeltäter sind: Die Dummerchen da unten, diese bornierten Ichlinge, die nur an ein besseres Leben denken – und natürlich keinesfalls die bedauernswerten Regierenden da oben.“ Ja, da läuft vieles aus dem Ruder!
Selber schuld… Ist doch wirklich ganz schön verkehrt herum, wenn „Die Zeit“ meint: „Wenn ein Volk dauerhaft unzufrieden ist mit jeder Regierung oder gar viele Völker eines Kontinents dauerhaft mit allen ihren Regierungen, dann stimmt möglicherweise auch etwas nicht mit: dem Volk.“ Na hoppla, jetzt erfährt also das Volk, dass die Politik einerseits zu viel Angst hat vor ihm. Und vor allem, dass nicht die Politik schuld sei an der Unzufriedenheit, sondern das Volk selbst. Eine mehr als schräge These. Und ein Persilschein für die Politik, einfach so weiterzumachen wie bisher. „Das geht für niemanden gut aus“, meint Pándi. Und da hat er recht.
Kommen Sie gut durch den Dienstag!
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