Eingriffe in den hochalpinen Naturraum sind aufgrund der ökologischen Sensibilität und geringen Regenerationsfähigkeit dieses Lebensraumes äußerst kritisch zu beurteilen, sagt Tirols stellvertretender Landesumweltanwalt Walter Tschon angesichts der Bauarbeiten am Stubaier Gletscher. Anpassungen zur Sicherstellung des Betriebs von Gletscherskigebieten seien jedoch nachvollziehbar.
Der Rückgang einst mächtiger Eispanzer macht in Tirols Gletscherskigebieten immer wieder Bauarbeiten nötig. Darauf weist Tirols Vize-Landesumweltanwalt Walter Tschon im „Krone“-Gespräch hin. „Diverse Anpassungsmaßnahmen aufgrund der globalen Erwärmung stehen in den fünf Gletscherskigebiete in Tirol auf der Tagesordnung“, erläuterte er. „Diesbezügliche Verfahren finden daher in regelmäßigen jährlichen Intervallen statt bzw. sind schon unter Beteiligung der Landesumweltanwaltschaft in den vergangenen zehn Jahren abgewickelt worden.“
Ich gehe davon aus, dass diese bisher getätigten Baumaßnahmen bescheidkonform erfolgt sind.
Stv. Tiroler Landesumweltanwalt Walter Tschon
Im aktuellen Fall am Stubaier Gletscher, wo die Bergstation der Eisgratbahn auf 3100 Metern Höhe nach unten verlegt werden muss, geht Tschon davon aus, „dass diese bisher getätigten Baumaßnahmen bescheidkonform erfolgt sind“. Allerdings, so Tschon, sei es üblich, „dass die Antragsteller bzw. Betreiber im Rahmen der Umsetzung von Projekten mit markanten Natureingriffen zeitlich vorgelagert, adäquate Öffentlichkeitsarbeit mitdenken“.
Neue Lifte oder Teiche nicht denkbar
Generell beurteile die Landesumweltanwaltschaft Eingriffe in den hochalpinen Naturraum aufgrund der ökologischen Sensibilität und geringen Regenerationsfähigkeit dieses Lebensraumes „als besonders kritisch“. Gleichzeitig sei nachvollziehbar, „dass der fortschreitende Gletscherrückgang infrastrukturelle Anpassungen zur Sicherstellung der Erreichbarkeit der Skipisten und der Betriebssicherheit der Anlage erforderlich erscheinen lässt“. Neue Seilbahnen oder Beschneiungsteiche seien aber im Hochgebirge nicht vorstellbar.
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