Haft im Kinderzimmer

Terror-Teenie (14) wollte Anschlag live streamen

Tirol
31.07.2026 05:35

Anschlagsplanung im Kinderzimmer! Der heimische Staatsschutz verhaftete gerade noch rechtzeitig einen erst 14-jährigen terrorverdächtigen Schüler in Tirol. Er wollte seine mörderische Tat in Echtzeit im Internet übertragen. Sein Vorbild: einer der schlimmsten rechtsradikalen Attentäter der jüngeren Geschichte.

Ein ausländischer Partnerdienst – wie es oft in Geheimdienstsprache heißt – lieferte aufgrund der guten internationalen Zusammenarbeit mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) den entscheidenden Hinweis.

Verräterische Chats mit schwedischem Terroristen
Und wieder waren es verräterische Chats. Denn über den berüchtigten verschlüsselten Verschwörerkanal Telegram hatte sich der rechtsgerichtete Jugendliche aus Tirol mit einem gleichgesinnten Terrorverdächtigen aus Schweden über Anschlagspläne ausgetauscht. Im Visier offenbar jüdische und muslimische Einrichtungen.

Da das mörderische Vorhaben schon weit vorgeschritten war, entschied sich die Staatsanwaltschaft Innsbruck nur vier Tage vor dem furchtbaren Auto-Anschlag auf Feiernde des Christopher Street Day in Berlin für den sofortigen Zugriff – Festnahmeanordnung trotz des sehr jungen Alters.

Kampfmesser und Maske mit Neonazi-Symbolen beschriftet
Die Elite-Polizei Cobra stürmte die Wohnadresse und nahm den 14-Jährigen fest. Wie knapp es war, zeigen Waffenverstecke im Kinderzimmer. Neben einer Stichschutzweste – wie sie auch unsere Polizei verwendet – mit Schwedenpatch stellten die Ermittler des Landesamtes Staatsschutz und Terrorismusbekämpfung (LSE) ein mit rechten Parolen beschriftetes Kampfmesser sicher.

Ebenso wurde eine schwarze FFP2-Maske mit Totenschädel und Zeichen des Dritten Reichs beschlagnahmt. Zudem zwei taktische Helme, wobei einer mit einer GoPro-Kamera zum Livestreamen von Anschlägen ausgerüstet war.

Rechter Massenmörder als Vorbild für Schüler
Genauso wie das Vorbild des rechten Terrors. Christchurch-Attentäter Brenton Tarrant hatte 2019 in zwei neuseeländischen Moscheen 51 Muslime massakriert und alles live gestreamt. Auch er hatte etwa Patronen seiner Schusswaffen mit dem Neonazi-Kampfbegriff „Vienna 1683“ (die zweite Türkenbelagerung von Wien, Anm. d. Red.).

Der terrorverdächtige Tiroler Schüler verweigerte bisher jede Aussage eisern und sitzt in Innsbruck hinter Gittern.

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