Fauxpas in Polen

Regierungssprecher verwechselt Magyar mit Orbán

Außenpolitik
20.05.2026 14:22

Wer kommt jetzt eigentlich zu Besuch? Eine peinliche Panne ist dem polnischen Regierungssprecher bei einer Pressekonferenz am Dienstag passiert. Auf die Frage eines Journalisten, mit welchen Ministern der neue Ministerpräsident Ungarns am Mittwoch während seines Antrittsbesuchs in Warschau zusammentreffen werde, verwechselte der Sprecher Péter Magyar mit Viktor Orbán – und das gleich zwei Mal!

Adam Szlapka ist eigentlich ein routinierter Politiker in Polen, war er doch jahrelang als EU-Minister tätig. Seit knapp einem Jahr ist der 41-Jährige Regierungssprecher. Doch ganz und gar nicht rund lief seine jüngste Pressekonferenz, in welcher er über die wichtigsten Programmpunkte von Premier Donald Tusk und dessen Regierungsmannschaft informierte. Natürlich war auch der Besuch des neuen ungarischen Ministerpräsidenten Magyar ein Thema.

Polens Premier Donald Tusk und sein Sprecher Adam Szlapka (re. hinten)
Polens Premier Donald Tusk und sein Sprecher Adam Szlapka (re. hinten)(Bild: EPA/Jakub Kaczmarczyk)

Doch in Szlapkas Kopf hat die 16-jährige Ära von Orbán offenbar so tiefe Spuren hinterlassen, dass er sich noch schwertut, sich an den Regierungswechsel in Budapest zu gewöhnen. Denn der Regierungssprecher antwortete auf entsprechende Journalistenfragen mit „Ministerpräsident Viktor Orbáns Besuch“ bzw. „Ministerpräsident Viktor Orbáns Delegation“. Wenig später bemerkte er seinen Fehler und antwortete auf die folgenden Fragen mit dem richtigen Namen.

Doch neben Szlapka schien auch ein anwesender Journalist verwirrt zu sein. Auch er erwähnte Orbán. Allerdings merkte der Pressevertreter an, dass es ja nun eine Außenministerin namens Anita Orbán in Magyars Mannschaft gebe. Der lustige Zwischenfall erregte allerdings keine größere Aufmerksamkeit, lediglich vereinzelte Medien griffen die Pressekonferenz auf.

Außenministerin Anita Orbán reiste ebenfalls mit nach Polen.
Außenministerin Anita Orbán reiste ebenfalls mit nach Polen.(Bild: AFP/WOJTEK RADWANSKI)

Magyar: „Polen ist ein Vorbild für Ungarn“
Am Mittwoch war es dann so weit, der Nachfolger Orbáns traf mit Tusk zusammen. Dabei gab es viel gegenseitiges Lob. Magyar bezeichnete Polen als Vorbild für sein Land. Polen sei heute eine Mittelmacht und stärker als je zuvor, sagte Magyar nach dem Gespräch mit seinem polnischen Amtskollegen Donald Tusk. Ungarn müsse daran arbeiten, dass es bei der Entwicklung der Infrastruktur, der Wirtschaft und der Verteidigungsfähigkeit dem polnischen Beispiel folge.

Tusk sagte, er habe im ungarischen Wahlkampf monatelang mitgefiebert. Magyars historischer Sieg bei der Parlamentswahl am 12. April bedeute nicht nur die Rückkehr Ungarns nach Europa, zu hohen Standards, zu Ehrlichkeit und zu echter Demokratie. „Er ist auch ein Zeichen der Hoffnung für Millionen von Menschen in Europa und weltweit, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Anstand und Moral in der Politik keine verlorenen Anliegen sind“, betonte Polens Regierungschef.

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