Grünen-Chefin Leonore Gewessler hat die Budgetpläne der Bundesregierung scharf kritisiert. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag sprach sie von einem „Raub an der Zukunft“ und bemängelte fehlende Maßnahmen im Energie- und Klimabereich.
„Monatelang haben wir gehört, wie gefährlich unsere Abhängigkeit von Öl und Gas ist“, sagt sie mit Bezug auf die Iran-Krise. Die Regierung fördere aber Diesel und verteuere E-Autos. Zugleich würden Förderungen für den Heizungstausch auslaufen.
Die grüne Parteichefin bezog sich dabei unter anderem auf Pläne, Agrardiesel zu fördern. Weiters sollen im Rahmen der Sparmaßnahmen im Doppelbudget 2027/28 bestimmte Steuervergünstigungen bei der Privatnutzung von Firmen-E-Autos entfallen – wir berichteten darüber. Kritik übte Gewessler auch an der bereits beschlossenen Befreiung von der Normverbrauchsabgabe NoVA für bestimmte Pick-ups.
„Minusgeschäft“ für das Klima
Laut Berechnungen der Grünen wird zudem der Fördertopf für den Heizungstausch in etwa zwei Monaten auslaufen, hatte der Grünen-Umweltsprecher Lukas Hammer vergangene Woche gesagt. Die Heizkessel-Förderung sei Gegenstand der Budgetverhandlungen, hatte Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP) letzten Donnerstag entgegnet.
Das ist ein Minusgeschäft!

Leonore Gewessler
Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER
Die Grünen beziffern die klimaschädlichen Förderungen bzw. Vergünstigungen mit 100 Millionen Euro jährlich. Im Rahmen des Doppelbudgets will die Koalition von ÖVP, SPÖ und NEOS 2028 bei klimaschädlichen Subventionen 40 Mio. Euro einsparen.
„Das ist ein Minusgeschäft“, so Gewessler. Weiters überweise Österreich jährlich rund zehn Milliarden Euro ins Ausland für Importe von fossiler Energie. Für teure Projekte wie die Lobau-Autobahn sei Geld da, ein umfassender Ausbau von Windrädern und Batteriespeichern vermissen die Grünen. „Das ist Politik aus der Vergangenheit.“
Sozialdemokraten kontern Kritik
SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll konterte mit einem Verweis auf das „Budgetloch“ der Vorgängerregierung, mit den Grünen als Juniorpartner der ÖVP. „Statt im Wahljahr noch kräftig Förderzuckerl zu verteilen, hätten uns die Grünen gerne Geld übriglassen können“, so Schroll.
Es sei den Sozialdemokraten zu verdanken, dass der Heizungstausch „mit frischem Geld“ zielgerichteter fortgeführt worden sei. Zudem wirft er den Grünen vor, in deren Regierungszeit kein Elektrizitätswirtschaftsgesetz „zusammengebracht“ zu haben. Allerdings hatten die Grünen damals immer wieder auf eine Blockade der ÖVP verwiesen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.