KSV1870 zieht Bilanz

3800 Insolvenzverfahren: Das sind die Gründe

Wirtschaft
19.05.2026 11:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Gestiegene Kosten und eine kriselnde Wirtschaft sind im vergangenen Jahr für fast jede zweite Firmenpleite hauptursächlich gewesen. Zu dem Schluss kommt der Gläubigerschutzverband KSV1870 nach Analyse der rund 3800 eröffneten Insolvenzverfahren im Jahr 2025. 

Ein Fehlstart gleich bei der Unternehmensgründung war in fast jedem fünften Fall eine Hauptursache für die Pleite gewesen. Knapp über 47 Prozent der beobachteten Pleiten waren demnach auf „operative Ursachen“ zurückzuführen. Darunter fallen unter anderem Absatzschwäche, Finanzierungs- und Liquiditätsprobleme sowie eine schlechte Kostenstruktur.

„Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass viele Betriebe aufgrund des anhaltenden Krisenmodus ihre Basisarbeit im Tagesgeschäft vernachlässigen. Daraus resultieren Fehlentscheidungen, die sich im Nachhinein kaum noch korrigieren lassen“, kommentiert KSV-Chef Karl-Heinz Götze die Zahlen in einer Aussendung.

„Fehlendes Know-how“ und Unerfahrenheit
Mehr als fünfzehn Prozent der Unternehmensinsolvenzen waren dann auf „Gründungsfehler“ zurückzuführen. „Fehlendes Know-how“ sowie Unerfahrenheit machten das Gros der Fälle in der Kategorie aus. Dazu kamen Fälle, in denen das Jungunternehmen mit zu wenig Eigenkapital ausgestattet war.

Für rund elf Prozent der Insolvenzen waren strategische Fehler ursächlich. In den meisten Fällen reagierten die Unternehmensleiter hier nicht, nicht rechtzeitig oder mangelhaft auf Marktveränderungen. Dazu kamen überzogene Expansionen sowie Streit in der Chefetage. Weitere Ursachenkategorien waren „persönliches Verschulden bzw. Fahrlässigkeit“ (9 Prozent), unbeherrschbare Umstände wie beispielsweise Naturkatastrophen, Kriegshandlungen oder Krankheit (7,2 Prozent) sowie „externe Vorkommnisse (7 Prozent). In letztere Kategorie fallen gestiegene Zinsen, rechtliche Änderungen sowie die Insolvenz eines Abnehmers oder Lieferanten.

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