Ushuaia unter der Lupe
Ursprung des Hantavirus gesucht: Fallen ausgelegt
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ nehmen Wissenschaftler nun Nagetiere in der südargentinischen Stadt Ushuaia unter die Lupe. Sie wollen herausfinden, ob sie Träger des Virus sind.
An Bord der „Hondius“, die am 1. April in Ushuaia zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen war, waren drei Menschen nach einer Hantavirus-Infektion gestorben. Sie hatten sich mit der Andes-Variante infiziert - der einzigen, die nachweislich von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Träger des Virus identifizieren
Am Montag hat nun ein Team von Biologen an mehreren Orten Fallen aufgestellt, um Nagetiere zu fangen und zu untersuchen. Es soll Gewissheit herrschen, ob sie das Virus übertragen können.
Auf Bildern waren die Biologen und Mitarbeiter des Nationalparks Tierra del Fuego mit Schutzanzügen und Masken zu sehen. Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurden auf einem rund 70.000 Hektar großen Gebiet an die 150 Fallen aufgestellt.
Ursprung woanders zu suchen?
Die Behörden der Provinz Feuerland erklärten, dass sie bislang keine Hantavirus-Fälle hatten – und zwar seit Einführung der Meldepflicht vor 30 Jahren. Darum wird auch in Erwägung gezogen, dass sich die ersten Passagiere an einem anderen Ort infiziert haben. Die ersten Erkrankten und inzwischen Verstorbenen, ein niederländisches Paar, hielten sich zuvor vier Monate in Argentinien, Chile und Uruguay auf.
Einatmen kontaminierter Ausscheidungen gefährlich
Hantaviren werden überwiegend durch das Einatmen von kontaminierten Ausscheidungen von Nagetieren, insbesondere Urin, Kot oder Speichel, übertragen. Die Symptome einer Infektion sind unterschiedlich: Fieber, Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Atemnot und Hypotonie sind möglich. Die Erkrankung kann zum Tod führen oder aber auch mild verlaufen. Wegen der mehrwöchigen Inkubationszeit des Virus könnten unter den ehemaligen Passagieren noch weitere Fälle bekannt werden.

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