Der finanzielle Druck auf österreichische Unternehmer bleibt hoch: Der Gläubigerschutzverband AKV erwartet, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen heuer nach den rekordnahen Zahlen 2024 und 2025 nur leicht sinken wird.
Der AKV prognostiziert, dass bis zum Jahresende über 4100 Unternehmen ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Bis Ende März waren 1045 Verfahren bereits aktiv, weitere 891 wurden mangels Vermögen abgewiesen. Die Verfahrensabweisungen stiegen um mehr als ein Viertel, der AKV sprach am Freitag von einer alarmierenden Entwicklung.
Gläubiger erhalten häufig gar kein Geld
Gleichzeitig war im ersten Quartal 2026 nur jedes fünfte Verfahren mit einem abgeschlossenen Sanierungsplan abgeschlossen worden. Dieser Wert liege weit unter den Sanierungsquoten der Vorjahre und kratze am Image Österreichs mit weltweit führenden Sanierungs- und Auszahlungsquoten, so der AKV. In einem Drittel der Fälle gab es eine Nullquote, das heißt, die Gläubiger erhielten gar kein Geld zurück.
Die größten Pleiten im ersten Quartal betrafen den steirischen Lenkradbezüge-Hersteller Wollsdorf Leder mit über 360 Beschäftigten und den niederösterreichischen Autozulieferer Eitek mit rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Die Pleite mit dem größten Schuldenberg kam zum wiederholten Male aus dem zusammengebrochenen Signa-Konglomerat von Rene Benko und betraf die Laura Privatstiftung mit Verbindlichkeiten von mehr als einer Milliarde Euro.
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