Zu teuer, zu klein?

Wer darüber entscheidet, wann eine Schule schließt

Steiermark
19.05.2026 18:30

In der Steiermark sollen demnächst drei Volksschulen schließen. Um eine preisgekrönte Schule mit Musikschwerpunkt gibt es einen besonders großen Aufschrei. Doch wer entscheidet überhaupt, wann eine Schule dichtmacht?

Das Aus für die Musikvolksschule Retznei im Bezirk Leibnitz wurde am Montagabend im Gemeinderat von Ehrenhausen besiegelt. Sogar Promis wie Paul Pizzera hatten sich dagegen eingesetzt. Doch Bürgermeister Johannes Zweytick (ÖVP) brachte einen Dringlichkeitsantrag ein. Es soll eine Zusammenlegung verschiedener Standorte geben.

Erst in der Vorwoche wurde bekannt, dass die Volksschule Modriach im Bezirk Voitsberg schließen soll. Vor einem Monat musste die Volksschule Afling in Bärnbach ihr Ende verkünden. Doch wieso schließen der Reihe nach Volksschulen im Land? Und wer entscheidet das?

Die Volksschule Modriach wird nach Ende dieses Schuljahres geschlossen.
Die Volksschule Modriach wird nach Ende dieses Schuljahres geschlossen.(Bild: Jürgen Fuchs)

Das Problem ist: Die steirischen Gemeinden stehen unter starkem Spardruck. Volksschulen mit geringer Schülerzahl sind kaum rentabel. In Modriach gibt es für nächstes Jahr nur fünf Anmeldungen, aktuell werden dort acht Kinder unterrichtet. In Afling besuchen 21 Kinder die Volksschule. Die VS Retznei hat derzeit 52 Schüler, ist aber sanierungsbedürftig.

Bildungsdirektion gibt keine Empfehlungen ab
„Im Pflichtschulbereich erfolgt eine Schulauflassung durch den gesetzlichen Schulerhalter, also in der Regel durch die Gemeinde“, erklärt die Bildungsdirektion auf Nachfrage. Die Schulbehörde gibt keine „Empfehlungen“ ab. Es gibt auch keine Schülergrenze in der Steiermark, etwa, dass zum Beispiel ab 15 Schülern geschlossen werden muss.

Der Schulerhalter muss einen Antrag samt Gemeinderatsbeschluss bei der Bildungsdirektion einbringen. Dann werden die „rechtlichen, organisatorischen und schulfachlichen Voraussetzungen“ geprüft – die Erkenntnisse werden weiter zur Entscheidung an den Landesrat geleitet.

FPÖ verärgert
Für die Volksschule Retznei liegt ein solcher Antrag noch nicht vor. Auch der Elternverein wehrt sich dort weiter gegen die Schließung. FPÖ-Gemeinderat Michel Korb ärgert sich. Er hat am Montag einen Dringlichkeitsantrag zum Aufschub der Schulzusammenlegung eingebracht, bis sichergestellt werden kann, dass die pädagogische Qualität (musikalischer Schwerpunkt) von Retznei weiter gewährleistet werden kann. Der Antrag wurde abgelehnt.

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