Es ist eine moderne Form des Abenteuers: Überall auf der Welt gehen Menschen auf Entdeckungsreise und spüren sogenannte Lost Places auf. „Krone“-Kolumnist Robert Schneider über einen Hype aus den USA, der längst auch in Vorarlberg angekommen ist.
Eine verwaiste Ziegelfabrik, ein verlassener Wohnblock mitten in Lustenau, ein ehemaliger Luftschutzbunker aus der NS-Zeit, halb verfallene Heuschober – die einschlägigen Foren im Netz und auf Social Media sind voll von sogenannten Lost Places in Vorarlberg. Gleichzeitig folgt der Disclaimer: „Bitte halte dich an die simplen Lost Place-Regeln. Nichts filmen, keinen Müll liegen lassen, geschlossene Türen bleiben geschlossen und bitte kein Geschmiere an den Wänden hinterlassen!“ Die beliebte und durchaus kontroverse Diskussionsplattform „Reddit“ ist voll von solchen „Hints“ und Tipps für verwunschene Plätze im Ländle.
Irgendwo verbotenerweise einzusteigen, ein abgesperrtes Areal zu filmen und dann im Internet zu posten, war ein Hype, der in den 2010er-Jahren aus Amerika herüberschwappte und sich großer Beliebtheit erfreute. Die Mischung aus Neugierde, sich am Rand der Legalität zu bewegen sowie der Nervenkitzel, sich nicht erwischen zu lassen, trieb Heerscharen von zumeist jugendlichen Schatzsuchern von den Bildschirmen weg in die freie Natur. Mit perfektem Equipment ausgestattet, kroch man durch Absperrungszäune, kletterte über Dächer, seilte sich ab und filmte längst verfallene Objekte.
Berühmt wurde der Fotograf Ralph Mirbes, der nach Kasachstan reiste und in einem verlassenen Hangar von Baikonur doch tatsächlich zwei Raumfähren aus dem Jahr 1974 aufstöberte und filmisch dokumentierte. Er wurde zum Internet-Helden.
Wer weiß, vielleicht kommt auch in Vorarlberg noch Verborgenes ans Licht. Es muss nicht so spektakulär sein. Aber ein vergessenes Tunnelsystem unter dem Rhein aus der Ära der Schmugglerzeit wäre schon eine kleine Sensation.
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