Wie abwechslungsreich und interessant kleine Touren rund ums Dorf sein können, zeigt sich in Vandans. Gut ausgeschilderte Routen führen durch die Landschaft und Geschichte des Dorfes.
Die Ortschaft Vandans ist ein guter Ausgangspunkt für einfache Wanderungen und ausgedehnte Spaziergänge. Der Dorfrundweg beispielsweise führt ohne große Höhenunterschiede durch die gewachsene Kulturlandschaft rund um den Ort. Man bewegt sich zwischen Wiesen, einzelnen Höfen und ruhigeren Waldabschnitten, immer wieder mit Blick auf die Talflanken. Der Weg bietet kein spektakuläres Bergerlebnis, sondern eher einen stillen Zugang zur Umgebung – gerade das macht die Strecke reizvoll. Unterwegs finden sich Info-Tafeln mit interessanten Fakten zur Geschichte.
Typ: abwechslungsreicher Rundweg
Dauer: je nach Variante – von knapp zwei Stunden bis gute drei Stunden
Ausgangspunkt: Ortsmitte Vandans (Gemeindeamt)
Ausrüstung: Schuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung
Anmerkung: für den Aufstieg zur Ruine sind Trittsicherheit und gutes Schuhwerk erforderlich, nicht für Kinder geeignet
Einkehrmöglichkeiten im Ort vorhanden
Öffentliche Verkehrsmittel: Montafonerbahn bis Bahnhof Vandans, dann weiter mit der Buslinie 622
Eine Kapelle inmitten der Natur
Ein besonders lohnender Punkt entlang der Route ist die Venser Kapelle (auch Venser-Bild) , die sich am Rand des Ortsteils Vens befindet. Der kleine, idyllisch gelegene Sakralbau wirkt wie ein Ruhepol inmitten der Natur. Seine Entstehung verdankt das Gebäude einem Gelöbnis aus dem Jahre 1613: Damals wütete im Dorf die Pest, der im Zeitraum von drei Monaten 180 Einwohner zum Opfer fielen. Eine gewisse Anna Planggin gelobte, zu Ehren der Mutter Gottes und des Heiligen Sebastian, eine Kapelle zu bauen, wenn der Ortsteil Vens von der Seuche verschont bliebe. Tatsächlich wütete die Pest nur bis zum Mustergielbach und breitete sich nicht über dessen Ufer hinweg bis nach Vens aus. Noch im selben Jahr wurde daraufhin ein kleiner Sakralbau errichtet, welcher schon bald vergrößert und mit einer Glocke ausgestattet worden ist. Seitdem gilt das „Venser-Bild“ auch als Wallfahrtskapelle und wird heute gerne für Hochzeiten genutzt.
Zeugnis der Geschichte: die Ruine Valkastiel
Gleichzeitig ist es auch Ausgangspunkt für weitere Wanderoptionen: Wer sich für historische Spuren interessiert, sollte die Route zur Ruine Valkastiel wählen. Der Weg dorthin ist etwas anspruchsvoller und verlangt im letzten Abschnitt auch Trittsicherheit. Denn die Überreste der vermutlich mittelalterlichen Höhenburg befinden sich auf rund 1000 Meter Seehöhe am westlichen Ende eines spitzen Felsgrats, der sich schroff zwischen dem Mustergielbach und dem Valkastieltobel erhebt. Über die Geschichte dieser äußerst exponiert gelegenen Anlage ist nicht viel bekannt, aber archäologischen Untersuchungen zufolge gilt die Ruine als eine der ältesten mittelalterlichen Mauerreste in Vorarlberg.
Alternativ – oder ergänzend – bietet sich der Sagenweg an, der besonders für aktive Familien ein Highlight ist. Entlang der Route befinden sich 14 Stationen, wo überlieferte Mythen und Geschichten aufgegriffen und in Beziehung zur Landschaft gesetzt werden. Die Sagen kann man übers Handy anhören.
Das Langblättrige Waldvöglein (auch Schwertblättriges Waldvöglein) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Orchidaceae. Die Pflanze gilt hierzulande als eher selten, allerdings nicht überall gleichermaßen bedroht. Es kommt verstreut in mehreren Bundesländern vor, vor allem in kalkreichen Waldgebieten, ist aber vielerorts rückläufig, weil lichte Wälder und naturnahe Waldränder zunehmend verschwinden. Die Art erreicht meist Wuchshöhen zwischen 20 und 60 Zentimetern und zeichnet sich durch ihre namensgebenden schmalen, lanzettlichen Blätter aus, die wechselständig am Stängel angeordnet sind. Die Blüten des Langblättrigen Waldvögleins sind reinweiß, gelegentlich mit einem leicht gelblichen Schimmer im Inneren, und besitzen die für Orchideen typische Struktur mit einer ausgeprägten Lippe, die als Landeplatz für bestäubende Insekten dient. Anders als viele andere Orchideen produziert diese Art keinen Nektar, sondern setzt auf Täuschung, um Insekten wie Bienen und Käfer zur Bestäubung anzulocken. Ökologisch interessant ist die enge Abhängigkeit dieser Orchidee von Mykorrhiza-Pilzen, die eine entscheidende Rolle bei der Nährstoffversorgung der Keimlinge spielen. Diese Symbiose macht die Art empfindlich gegenüber Veränderungen im Bodenhaushalt und erklärt, warum sie sich nur schwer ansiedeln lässt und als Indikator für naturnahe, wenig gestörte Waldökosysteme gilt.
Überreste einer uralten Kalkbrennerei
Interessant ist auch der Weg von der Venser Kapelle nach „Diel-Kalkofa“ (ca. eine Stunde). Es geht vorbei an blühenden Magerwiesen und schließlich leicht ansteigend durch den Wald bis zu der ehemaligen Kalkbrennstelle. Die steinernen Überreste des Ofens stammen noch aus einer Zeit, als mit heute kaum vorstellbarem Aufwand Kalk gebrannt wurde, der dann als Baumaterial in der Region Verwendung fand. Die gezielte Verarbeitung von Kalkstein zu einem vielseitigen Baustoff gehört zu den ältesten und bis heute bedeutendsten technischen Produktionsverfahren. Den Beschilderungen folgend, wandert man anschließend zurück in den Ort.
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