Unbelastete ORF-Entscheidung? 35 Köpfe, darunter ehrenwerte Damen und Herren, entscheiden, so wäre es gesetzlich vorgesehen, über den ORF-Generaldirektor für die Funktionsperiode von Jänner 2027 bis Dezember 2031. Sie hätten das plangemäß im kommenden August tun sollen. Doch dann brach in Folge des erzwungenen Rücktritts von Roland Weißmann, des Generaldirektors seit 2022 mit guten Chancen auf Verlängerung, eine laute Diskussion über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Senders aus. Der ORF-Redakteursrat forderte zu Recht den Rückzug der schwer belasteten Stiftungsratsspitze Heinz Lederer (nominiert von der SPÖ) und Gregor Schütze (Chef des sogenannten „ÖVP-Freundeskreises“). Wenn schon nicht Rückzug, dann wäre das Allermindeste eine unabhängige Überprüfung dieser beiden Herren gewesen. Haben Sie korrekt gehandelt, können sie unbelastet über die künftige ORF-Führung entscheiden?
Sündenfall. Doch ÖVP-Kanzler Christian Stocker und SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler lassen ihre beiden Marionetten unbehelligt weiterwerken und den Termin der Generaldirektorenwahl auch noch flugs auf Juli vorverlegen. Ohnehin alles nur Kasperltheater für die vielen fleißigen und anständigen ORF-Mitarbeiter und die Millionen Zwangsgebührenzahler! Denn wie man nun hört, wurde bereits über den Kopf des neuen Generaldirektors entschieden. Nicht im Stiftungsrat, sondern im Kanzleramt und in den Parteizentralen von ÖVP und SPÖ. Ein schwerer Sündenfall. Der Kanzler und sein Vize – sie schaden dem ORF, sie schaden dem Medienstandort Österreich, nicht zuletzt der Glaubwürdigkeit und sie schaden vor allem sich selbst.
Kommen Sie gut durch den Mittwoch!
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.