Carsten Stahl:

„Die sollen sich in Grund und Boden schämen!“

Vorarlberg
12.05.2026 15:45
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Politiker aller Fraktionen und die Zuständigen der Bildungsdirektion hatte Sabine Hirsch zum Anti-Mobbing-Workshop mit Carsten Stahl am vergangenen Sonntag eingeladen. Gekommen war niemand.   

Er ist umstritten und benutzt nicht immer die feinen Worte. Eines aber müssen auch Kritiker dem Berliner Carsten Stahl lassen – er hat einen Draht zu den Kids und hilft verzweifelten Eltern, wenn Lehrer nicht mehr weiterwissen. Erreichbar ist der Präventionscoach rund um die Uhr. Sein Credo: Mobbing verabschiedet sich auch nicht ins Wochenende.

Ob er am Muttertag nach Vorarlberg reist, um einen Impulsworkshop zu halten, oder in Berlin bei seiner kranken Mutter bleibt, stand für ihn nie zur Debatte. „Außerdem war auch meine Mutter der Meinung, dass die Arbeit für die Kinder hier wichtiger ist“, erzählt der Berliner.

Umso enttäuschender sei es gewesen, dass von den eingeladenen Politikern und Zuständigen der Bildungsdirektion niemand gekommen war. Damit blieb die erste Reihe im J.J. Ender-Saal in Mäder am Sonntagnachmittag leer. „Es hatte sich auch niemand entschuldigt. Das ist völlig respektlos gegenüber denjenigen, die zur Veranstaltung eingeladen haben und zeigt, wie sehr die Verantwortlichen das Thema interessiert – es geht ihnen am A... vorbei! Dafür sollten sie sich in Grund und Boden schämen!“

Der Berliner gründete im Jahr 2014 die Bürgerinitiative „Stoppt Mobbing“.
Der Berliner gründete im Jahr 2014 die Bürgerinitiative „Stoppt Mobbing“.(Bild: ZVG)

Sabine Hirsch hatte zur Veranstaltung eingeladen. Gemeinsam mit ihrem Sohn Luca hatte die Feldkircherin den Mut gefasst, öffentlich über Mobbing zu sprechen. Viele Eltern und Mobbingopfer haben sich seitdem bei ihr gemeldet, ein Verein wurde gegründet, um den Betroffenen langfristig und effektiver helfen zu können.

„Die Besucher haben etwas mitgenommen“
Die erste offizielle Veranstaltung des Vereins, der Impulsworkshop mit Carsten Stahl, war aus Sicht von Sabine Hirsch ein großer Erfolg. „Es sind zwar nicht so viele Menschen gekommen, wie ich erhofft hatte, aber diejenigen, die da waren, haben etwas mitgenommen. Es wurde Klartext gesprochen, viele Seelen geheilt, einige haben geweint.“ Immer wieder sei sie von der Ausstrahlung Carsten Stahls beeindruckt. „Er schafft es, Menschen aufzubauen und ihnen wieder Mut zu machen.“

Auch ihr Sohn, der am Samstag im Rahmen der Veranstaltung „Rock am Kumma“ ausgezeichnet worden war, agiere gestärkt und möchte nun anderen Kindern helfen. An den Geschenken, darunter ein von Carsten Stahl signiertes Buch, habe ihr eher lesefaule Filius so großen Gefallen gefunden, dass er es mit ins Bett genommen habe und darüber eingeschlafen sei. Besonders beeindruckt sei der zwölfjährige Bub zudem von einem eigens für ihn komponierten Lied gewesen, das einen Tag später bei der Veranstaltung in Mäder präsentiert worden war.

„Wir werden nicht ruhig sein“
Auch wenn es Luca wieder gut geht, wird die Familie Hirsch auch weiterhin im Kampf gegen Mobbing aktiv sein. „Wir werden die Köpfe zusammenstecken und die weiteren Schritte überlegen. Dass diese notwendig sind, zeigen die zahlreichen Anfragen, die ich erhalte. Wir werden nicht ruhig sein.“

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