Thema kommt in Landtag

Waldbrände: „Problem wird sich noch verschärfen“

Steiermark
12.05.2026 14:26

Das trockenste Frühjahr seit Messbeginn und der größte Waldbrand-Feuerwehreinsatz der Geschichte: Die Auswirkungen des Klimawandels machen sich in der Steiermark derzeit drastisch bemerkbar. Die Grünen bringen das Thema nun in den Landtag und pochen auf strategische Maßnahmen zur Klimawandelanpassung.

„Es war wirklich beängstigend. Das sind elementare Ereignisse, die man so bei uns noch nicht gekannt hat“, sagt die steirische Grünen-Chefin Sandra Krautwaschl, die in Rein lebt, wo mehr als zwei Wochen lang ein Waldbrand getobt und Tausende Einsatzkräfte gefordert hat. Dieser Waldbrand sei „nur die Spitze des Eisbergs“ und das Land Steiermark in Hinblick auf die weitreichenden Folgen des Klimawandels nicht ausreichend gerüstet. 

Der trockenste Frühling seit Messbeginn habe zu einem veritablen Problem mit dem Wasserhaushalt geführt. „Und wir haben überhaupt keine Strategie, wie wir künftig mit Nutzungskonflikten umgehen werden. Oder wie wir Wasser besser speichern können“, so Krautwaschl.

„Landesrat nimmt Renaturierung nicht ernst“
Die Grünen bringen das Thema daher in der nächsten Landtagssitzung am 19. Mai ein, konkret in Form von drei dringlichen Anfragen an Landeshauptmann Mario Kunasek, Umweltlandesrat Hannes Amesbauer (beide FPÖ) und Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP). 

Dabei wollen die Grünen den Regierungsparteien genau auf den Zahn fühlen, welche Strategien und Maßnahmen sie zur Klimawandelanpassung verfolgen, insbesondere in den Bereichen Wasser, Landwirtschaft und Katastrophenvorsorge – oder eben, warum sie gewisse Maßnahmen nicht setzen. Darunter finden sich auch altbekannte Themen wie Renaturierung oder Eindämmung der Bodenversiegelung.

„Der Wert von natürlicher Versickerung bei Starkregenereignissen wird nicht erkannt. Der zuständige Landesrat macht keine Anstalten, das Thema Renaturierung ernst zu nehmen“, betont die Grünen-Chefin. Zugleich wirft man aber auch die Frage auf, wie das Land künftig mehr künstliche Löschwasserreservoirs für Waldbrände errichten will.

Sandra Krautwaschl (Klubobfrau Grüne) und Meteorologe Alexander Podesser
Sandra Krautwaschl (Klubobfrau Grüne) und Meteorologe Alexander Podesser(Bild: Die Grünen Steiermark)

Schützenhilfe von wissenschaftlicher Seite bekommen die Grünen durch Alexander Podesser, Meteorologe und ehemaliger Leiter der ZAMG (heute: Geosphere) in Graz. Podesser war zuletzt auch Projektleiter des jüngsten Klimaatlas Steiermark, in dem Klimaveränderungen in unserem Land auf breiter Faktenbasis dokumentiert sind. Daraus lässt sich klar der Schluss ziehen, dass sich Niederschläge in der Steiermark inzwischen anders verteilen und es zu deutlich längeren Trockenperioden kommt.

„Typische Merkmale des Klimawandels“
„Das alles sind typische Merkmale des Klimawandels“, so der Meteorologe. Auch der Waldbrand in Eisbach-Rein sei eine beispielhafte Folge. „Einer der Hauptgründe für Waldbrände im Frühjahr ist, dass wir im Winter kaum mehr Schnee haben.“ So sei etwa am betroffenen Mühlbachkogel die Bodenvegetation stark ausgetrocknet, und genau dort haben Waldbrände meist ihren Ursprung.

Dass gewisse Wetterlagen immer länger anhalten – und so wie aktuell zu langen Dürre-Perioden führen –, sei auch ein Phänomen, das mit dem Klimawandel in Zusammenhang steht. „Und das Problem wird sich in Zukunft sicher verschärfen“, so Podesser.

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