Nach „Müll“-Ansage

Iran weitet Einsatzgebiet in Straße von Hormuz aus

Außenpolitik
12.05.2026 14:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran haben am Dienstag erneut einen herben Dämpfer erlitten. US-Präsident Donald Trump wies die jüngsten Forderungen aus Teheran als „Müll“ zurück – und die Mullahs weiten ihr Einsatzgebiet in der Straße von Hormuz aus.

Die Regierung in Teheran dringt unter anderem auf ein Ende der Kämpfe an allen Fronten – einschließlich des Libanons, wo der US-Verbündete Israel gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz vorgeht. Zudem pocht der Iran auf die Souveränität über die Straße von Hormuz, verlangt Reparationen für Kriegsschäden und ein Ende der US-Seeblockade.

Trump reagierte harsch auf den Forderungskatalog aus Teheran: „Ich würde sie (die Waffenruhe) im Moment als äußerst brüchig bezeichnen, nachdem ich diesen Müll gelesen habe, den sie uns geschickt haben“, sagte er vor Journalisten. „Ich habe es nicht einmal zu Ende gelesen.“


Der US-Präsident hatte bereits mehrfach gedroht, die am 7. April in Kraft getretene Feuerpause aufzukündigen. Die USA hatten vorgeschlagen, zunächst die Angriffe generell einzustellen, bevor Verhandlungen über strittige Themen wie das iranische Atomprogramm beginnen.

Der Iran drohte damit, bei einem erneuten Angriff sein Uran auf einen atomwaffentauglichen Reinheitsgrad anzureichern. „Eine der Optionen des Irans im Falle eines weiteren Angriffs könnte die Anreicherung von Uran auf 90 Prozent sein“, schrieb der Abgeordnete Ebrahim Resaei, Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik, auf der Plattform X. „Wir werden dies im Parlament prüfen.“

Mullahs rufen „riesiges Einsatzgebiet“ aus
Der Iran weitete unterdessen das als Straße von Hormuz bezeichnete Gebiet deutlich aus und erklärte die Meerenge zu einem „riesigen Einsatzgebiet“. Sie werde nicht mehr als schmaler Streifen um eine Handvoll Inseln betrachtet, sondern sei in ihrem Umfang und ihrer militärischen Bedeutung erheblich erweitert worden, sagte Mohammad Akbarsadeh, ein ranghoher Offizier der Marine der Revolutionsgarden, am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur FARS zufolge.

„Früher wurde die Straße von Hormuz als begrenzter Bereich um Inseln wie Hormus und Hengam definiert, doch heute hat sich diese Sichtweise geändert“, sagt Akbarsadeh. Die strategische Zone erstrecke sich nun von der Stadt Jask im Osten bis zur Insel Siri im Westen.

Es ist bereits die zweite derartige Ausweitung seit Beginn des Konflikts mit den USA und Israel. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgasangebots wird üblicherweise durch die Meerenge transportiert.

OPEC-Fördermenge drastisch gesunken
Die festgefahrene Situation und die weitgehende Blockade der Straße von Hormuz trieben die Ölpreise wieder in die Höhe. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Dienstag um bis zu drei Prozent auf gut 107 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Vor Ausbruch des Krieges am 28. Februar wurde ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen durch die Meerenge transportiert, die nun zu einem zentralen Druckmittel in dem Konflikt geworden ist.

Daten von Kpler und LSEG zufolge durchfuhren in der vergangenen Woche lediglich drei voll beladene Öltanker die Wasserstraße – mit abgeschalteten Peilsendern, um iranischen Attacken zu entgehen.

Die Karte zeigt die Lage der Straße von Hormuz zwischen Iran und Oman am Persischen Golf. Eine rote Linie markiert die US-Blockadelinie an der Meerenge. Im kleinen Übersichtsbild ist die Region im globalen Kontext dargestellt. Quelle: dpa.

Ein zweiter katarischer Flüssiggastanker versuchte den Daten zufolge die Durchfahrt, nachdem vor wenigen Tagen eine erste derartige Lieferung im Rahmen einer Vereinbarung zwischen dem Iran und Pakistan, das in dem Konflikt vermittelt, die Meerenge passiert hatte. Die Störungen zwingen die Ölproduzenten zu Exportkürzungen: Die OPEC-Fördermenge fiel im April auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten, wie aus einer am Montag veröffentlichten Reuters-Umfrage hervorging.

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