Autorin Regina Denk

Der Fährmann von der Salzach und die Moral

Salzburg
11.05.2026 07:00

Autorin Regina Denk hat einen historischen Roman geschrieben, der in der Region Hallein in den Jahren des Ersten Weltkrieges spielt und die gesellschaftlichen Zwänge hinterfragt. Auf die Leser wartet ein spannender Bogen.

„So arm wie der Fährmann oder der Bettelmann.“ Es war dieser Spruch, der Regina Denk auf die Geschichte ihres neuen Romans brachte, wie die Autorin der „Krone“ erzählt. Ihr Buch „Der Fährmann“ spielt in der Nähe von Hallein in der Zeit um den Ersten Weltkrieg. Traditionell ist der Fährmann Hannes, der Menschen von einem Ufer der Salzach zum anderen bringt, nicht für eine Heirat oder eine Familie vorgesehen. Denn Fährmänner leben nur von Spenden und können es sich nicht leisten, eine Familie zu ernähren.

Roman von Autorin Regina Denk
Roman von Autorin Regina Denk(Bild: Anja Auer)

In diese gesellschaftlichen Zwänge sind auch die Freundinnen Annemarie und Elisabeth fest verstrickt. Das Wirtsdirndl prostituiert sich, das Bauernmädchen erlebt mit ihrer vermeintlich guten Partie Josef häusliche Gewalt. Trotzdem schildert Denk die Geschichte auch aus Josefs Perspektive. „Das war für mich am anstrengendsten beim Schreiben“, räumt sie ein. Verständlich, denn dieser Mann ist ein übler Typ.

Zur Person

  • Ihr Roman spielt zwar in Hallein, doch Regina stammt von der bayerischen Seite der Salzach bei Braunau.
  • Sie wuchs dort auf und fuhr mit ihren Eltern oft zum Bosna-Essen rüber auf die andere Seite.In der Gegend bei Hallein in der Zeit des Ersten Weltkriegs spielt der Roman „Der Fährmann“.

Zwar erfährt der Leser auch von Josefs Zwängen und Nöten, versteht ihn ein bisschen besser. Aber Sympathien gewinnt die Figur dabei nicht. Denk hat zwar einen historischen Roman geschrieben, aber ihr Ansinnen ist zeitlos: „Wir alle haben Schubladen, in die wir unsere eigene Weltanschauung packen.“ Ihre Geschichte führt einem schonungslos den Mechanismus von Vorurteilen vor Augen. Wie eine eigene Angst auf jemand anderen projiziert wird und zu Abwertung führt. Wie viele Menschen wegsehen, wenn Unrecht geschieht. „Aber der Leser muss hinsehen“, sagt die Autorin, die aus einer deutsch-österreichischen Familie stammt und in Niederbayern lebt.

Das mag anstrengend klingen, aber keine Sorge: In erster Linie ist der „Fährmann“ eine wahnsinnig spannende Geschichte um eine tragische Liebesverstrickung. Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen. Und lieber nicht so viel anderes einplanen.

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