Hagleitner-Chefinnen

Hygieneriese trotz Spannungen am Weltmarkt stabil

Salzburg: Wirtschaft
09.05.2026 06:00

Sie führen Hagleitner Hygiene mit Hauptsitz in Zell am See in dritter Generation: Die beiden Chefinnen Katharina und Stefanie Hagleitner über den Standort Pinzgau, die Spannungen am Weltmarkt und ihren Blick in die Zukunft.

In der Montagelinie herrscht gerade Hochbetrieb. Dosiergeräte werden fertig gebaut. Eine Mitarbeiterin klickt Seitenwände zusammen. 450 Köpfe arbeiten in der Zentrale in Zell am See. Es sind unterschiedlichste Berufe – von Technik bis Chemie oder Administration.

Hauptsitz von Hagleitner Hygiene in Zell am See mit der firmeninternen Akademie (links im Bild)
Hauptsitz von Hagleitner Hygiene in Zell am See mit der firmeninternen Akademie (links im Bild)(Bild: Kerstin Jönsson)

Die Übernahme durch die dritte Generation ist noch frisch: Mit Ende März zog sich Hans Georg Hagleitner aus dem Hygieneriesen für Waschraum, Küche und Co. ganz zurück. Katharina und ihre Schwester Stefanie steuern das Unternehmen, das in Österreich sowie elf weiteren Märkten mit Niederlassungen vertreten ist und in 66 Ländern Partner hat. „Es gibt uns sogar auf den Malediven“, spricht Katharina gern über die Ferne.

Ihr Herz hängt neben dem Hauptsitz im Pinzgau aber an Italien: Hagleitner stieg vor elf Jahren mit der Übernahme eines Mailänder Betriebes ein und baute den italienischen Markt auf. Die internationale Geschäftswelt präge, meint sie. Ein Beispiel: „In Italien ist es Gesetz, dass bei Meetings immer der Chef die Wassergläser einschenkt.“

Im Gespräch mit Mitarbeitern in der Montagehalle
Im Gespräch mit Mitarbeitern in der Montagehalle(Bild: Kerstin Jönsson)

In der Corona-Zeit wurde sie zur sogenannten Engpass-Managerin. „Aus Krisen lernt man viel“, sagt sie. „Es gab nirgends Ethanol. Jeder hat nach Desinfektionsmitteln gerufen.“

Schwester Stefanie stieg vor neun Jahren ein. Sie verantwortet unter anderem die Produktentwicklung, entwickelte auch die Hagi-Schiene für Privathaushalte. Kernprodukt ist der Popo-Schaum – eine Alternative zu feuchtem Toilettenpapier.

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Unsere Eltern haben uns immer frei gestellt, ob wir in die Firma kommen oder nicht. Man muss schon Mut haben, das Erbe anzutreten.

Katharina Hagleitner, Geschäftsführerin 

Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt spielt sich alles in der Firma ab. Laufend kommen neue Ideen wie die Schaumpistole oder desinfizierende Klobrillen hinzu. Das Ergebnis in einem Klo-Report war klar: Schmutzige Brillen sind der größte Ekelfaktor.

Blick in die Zukunft mit gemischten Gefühlen
Hagleitner bleibt trotz der Spannungen am Weltmarkt stabil. Das Wachstum lag zuletzt aber nur bei rund einem Prozent. „Bei Rohstoffen wie Isopropanol ist die Preissituation schwierig.“ Man spreche hier von nahezu einer Verdoppelung. Angeboten wird deshalb auch eine kostengünstigere Alternative . Entscheidungen treffen sie immer gemeinsam.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr brachte es Hagleitner auf einen Umsatz von 171 Millionen Euro. Ziel bis 2035: „Wir wollen auf 500 Millionen wachsen.“ Ihr Bekenntnis zum Pinzgau ist klar: „Wir bauen auf langer Tradition und arbeiten in wunderbarer Umgebung.“

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