„Krone“-Ombudsfrau

Anrainer protestieren gegen Fußgängerzone

Ombudsfrau
07.05.2026 12:44
Porträt von Ombudsfrau
Von Ombudsfrau

Eine 30 Meter lange Fußgängerzone soll im 9. Bezirk von Wien gebaut werden. Die Stadt greift dafür tief in die Tasche. Die Anrainer sind dagegen und befürchten noch mehr Staus.

Bereits nächste Woche soll der Spatenstich in der Bleichergasse erfolgen. Mehr als 300.000 Euro lässt sich die Stadt Wien das Projekt kosten – und das für nur rund 30 Meter! Mit der Umgestaltung setze man das erste Wiener Klimateam-Projekt am Alsergrund um, so die Auskunft der Bezirksvorstehung auf Anfrage der Ombudsfrau. Eine repräsentativ geloste Bürgerjury habe das Projekt ausgewählt.

Anrainer befürchten mehr Verkehr
Für jene Anrainer, die dagegen sind und sich an die Ombudsfrau gewandt haben, ist das der reinste Hohn. Denn sie sind nicht gefragt worden, ob sie die neue Fußgängerzone haben wollen. Sie befürchten durch den Wegfall des Straßenstücks unter anderem noch mehr Verkehrsaufkommen auf den Ausweichrouten im Grätzl, vor allem vor einer nahe gelegenen Volksschule. „Warum baut man die Fußgängerzone nicht dort? Das würde der Sicherheit der Kinder dienen“, fragt sich etwa eine Anrainerin.

Keine Hauptverkehrsader
Mit der neuen „Fußgänger*innenzone“, wie die Bezirksvorstehung das Projekt nennt, werde die Verkehrssicherheit erhöht. Zudem sollen Baumpflanzungen und ein Trinkbrunnen für Abkühlung sorgen. Solche Schritte seien entscheidend, um den Bezirk langfristig klimafit und lebenswerter zu gestalten. Es handle sich bei dem kurzen Abschnitt jedenfalls um keine Hauptverkehrsader. Vor allem für den Fußverkehr verbessere sich die Situation. Das klingt ein bisschen absurd. An besagter Stelle gibt es auf beiden Straßenseiten einen Gehsteig

Weniger Parkplätze
Bei den Anrainern, unter ihnen sind auch Geschäftsleute, die um ihre Kundschaft fürchten, ziehen diese Argumente nicht. Es gebe Grünflächen in unmittelbarer Nähe. Zudem fallen weitere Parkplätze weg, von denen es ohnehin schon zu wenige gibt. Derzeit werden Unterschriften gegen das Projekt gesammelt.

Auch die Ombudsfrau fragt sich, ob die Stadt für die veranschlagten 313.000 Euro nicht eine sinnvollere Verwendung hat.

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