Johanna Constantini hat ein Buch geschrieben, das Angehörigen bei der Demenzbegleitung Mut machen soll. Die Erkrankung ist eine Herausforderung für die ganze Familie.
Demenzerkrankungen gehören zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Bis 2050 sollen in Österreich 300.000 Menschen davon betroffen sein. Die Erkrankung verändert das Leben der Leidtragenden – aber auch das der Angehörigen! Das weiß Johanna Constantini, Mutter von zwei Kindern, Psychologin und Tochter des ehemaligen Fußballstars und Trainer der österreichische Nationalmannschaft, Didi Constantini. Er verstarb im Jahr 2024 an den Folgen seiner Alzheimer-Erkrankung.
Nichts bleibt, wie es war
„Wir haben ihn als Familie bis zum Schluss begleitet, deshalb weiß ich sehr gut, was das bedeutet! Bei einer Demenzerkrankung verändern sich die Rollen, die Beziehungen innerhalb der Familie. Nichts bleibt, wie es war!“ Abläufe und Gewohnheiten müssen neu organisiert werden, es stellen sich neben medizinischen viele organisatorische Fragen. Die Situation ist auch eine große emotionale Herausforderung. „Wenn dein Vater nicht mehr weiß, wer du bist, das musst du erst einmal aushalten! Der Mensch, den du ein Leben lang kanntest, verändert sich. Und damit veränderst auch du dich selbst!“
„Ich bin nicht für alles verantwortlich“
Ihr neues Buch „Angehörige leben länger. Mutmacher für die Demenzbegleitung“ (Seifert Verlag) soll helfen, diese Herausforderungen besser zu bewältigen. Darin formuliert sie auch „Mutmachsätze“, wie z.B. „Ich bin nicht für alles verantwortlich“, „Ich darf Ärger zeigen“, oder „Es ist nicht meine Krankheit“. „Oft geben sie während der Demenzerkrankung eines geliebten Menschen ihr eigenes Leben komplett auf – das darf aber nicht passieren. Daher soll ihnen das Buch Mut machen und zugleich aufzeigen, dass es Mittel und Wege gibt, um sich selber mehr Freiraum zu schaffen – und dass das auch sehr wohl erlaubt ist.“ Zudem wolle sie den Angehörigen vermitteln, „dass sie nicht alleine sind, auch wenn sie sich alleine fühlen“.
Überforderung und Schuldgefühle
Das Buch ist ein sehr persönlicher und zugleich fachlich fundierter Leitfaden. Dabei rückt Johanna Constantini ganz bewusst die Angehörigen in den Mittelpunkt: ihre Überforderung, ihre Schuldgefühle – aber auch ihre Ressourcen und ihre eigene Gesundheit. „Angehörige dürfen Verantwortung teilen, Pausen zulassen und auf sich selbst achten.“
Am 13. Mai findet eine Volkshilfe-Lesung von Johanna Constantinis Buch „Angehörige leben länger“ statt. 18 Uhr, Media Loft, 1050, Arbeitergasse 7.
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