Iran-Friedenshoffnung

Brent-Ölpreise gaben um elf Prozent nach

Wirtschaft
06.05.2026 14:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Aussicht auf Fortschritte bei den Friedensverhandlungen im Iran hat den Ölpreis gedrückt. Der Preis für ein Liter Rohöl der Sorte Brent hat sich um rund elf Prozent verbilligt und lag zuletzt bei 97,42 US-Dollar (umgerechnet 83,37 Euro) je Fass (159 Liter).

Auch der Preis für US-Leichtöl WTI sackte um rund elf Prozent auf rund 90,80 US-Dollar je Fass (159 Liter) ab. Beide Kontrakte erreichten damit ihren niedrigsten Stand seit zwei Wochen. Sie steuerten in absoluten Zahlen zudem auf ihren größten täglichen Rückgang seit einem Monat zu.

Diese Entwicklung hat damit zu tun, dass sich die Vereinigten Staaten und der Iran bei den Bemühungen um Frieden näher gekommen sind. Eine Einigung auf ein Memorandum könne bald erzielt werden, sagte ein pakistanischer Insider am Mittwoch. „Wir werden das sehr bald abschließen. Wir stehen kurz davor.“

So hat sich der Ölpreis in diesem Jahr entwickelt:

Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung des Ölpreises der Nordseesorte Brent seit Januar 2026 in US-Dollar je Barrel. Der Preis steigt ab März deutlich an und erreicht im April Höchstwerte über 110 US-Dollar. Am 6. Mai liegt der Preis bei 98,02 US-Dollar. Quelle: APA.

„Eingeschlagen an den Börsen“
Die Schlagzeilen hätten an den Börsen „eingeschlagen wie eine Bombe“, sagte IG-Marktanalyst Christian Henke. Laut dem US-Nachrichtenportal Axios sollen in einer 30-tägigen Verhandlungsphase die iranische Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormuz und die US-Blockade iranischer Häfen schrittweise aufgehoben werden. Die Lieferausfälle bei Rohöl seit Kriegsbeginn im Februar hatten die Preise hochkatapultiert.

Zusätzlich zu Öl und Gas haben sich in den vergangenen Monaten nahezu alle Metalle erheblich verteuert. „Kaum eine Branche bleibt von den Preissteigerungen unberührt“, sagte die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft mit. Den größten Preisanstieg verzeichneten demnach im Lauf des ersten Quartals Edelmetalle mit einem Plus von über 34 Prozent – und das, obwohl Gold und Silber im Laufe des März wieder billiger wurden. An zweiter Stelle folgten seltene Erden mit einem Preisanstieg von 29,3 Prozent. Hierfür sind laut vbw hauptsächlich die Exportkontrollen der chinesischen Regierung verantwortlich, die den Großteil des Weltmarkts für die seltenen Erden kontrolliert.

Industriemetalle verteuerten sich demnach um 14,3 Prozent. Auffällig: Lithium wurde um über 80 Prozent teurer, Wolfram sogar um mehr als 130 Prozent. Ersteres wird unter anderem für Elektroauto-Batterien benötigt, letzteres für KI-Chips und Waffen.

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