Ausbruch auf Schiff

So ist die Lage beim Hantavirus in Österreich

Österreich
06.05.2026 15:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ ist das Hantavirus ausgebrochen. Mehrere Infizierte sind gestorben, andere werden medizinisch versorgt. Die Erkrankung dürfte in diesem Fall von Mensch zu Mensch übertragen worden sein. In Österreich schwankten die Fallzahlen in den vergangenen Jahr deutlich.

Der höchste Wert wurde 2019 mit 276 Fällen erreicht, wie aus einer Statistik der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hervorgeht. Im Jahr 2021 gab es demnach 233 Infektionen, im Vorjahr waren es nur 32 Ansteckungen. 2023 lag Österreich mit durchschnittlich 1,1 Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern leicht über dem EU-Schnitt (0,4 Ansteckungen pro 100.000 Personen). Das geht aus einem Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervor.

Spitzenreiter in dieser Statistik (2023) waren Finnland mit 806 Fällen, Deutschland mit 335 und Schweden mit 157. Aktuellere Zahlen für Europa lagen zunächst nicht vor.

So viele Fälle wurden in Europa 2023 nachgewiesen:

Die Karte zeigt nachgewiesene Hantavirus-Infektionen in Europa im Jahr 2023. Finnland hat mit 806 Fällen die höchste Zahl, gefolgt von Deutschland mit 335 und Schweden mit 157 Fällen. In Österreich wurden 97 Fälle gemeldet. Die Infektion erfolgt meist durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen. Quelle: ECDC.

Drei Patienten evakuiert
Wie berichtet, ist das Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ausgebrochen. Drei Menschen aus den Niederlanden und aus Deutschland kamen ums Leben. Drei weitere Personen mit Verdacht auf die Infektion sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) evakuiert worden. Sie würden in den Niederlanden weiter behandelt. Die Kontaktperson des deutschen Todesopfers soll mit einem Spezialflugzeug nach Amsterdam und von dort weiter nach Düsseldorf gebracht werden, wie die „Bild“ berichtete. Dort werde sie im Krankenhaus untersucht und getestet.

Inzwischen wurde der Andes-Virusstamm bestätigt. Normalerweise wird das Hantavirus durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen. Doch bei früheren Ausbrüchen, die durch den sogenannten Andes-Stamm des Virus ausgelöst wurden, gab es begrenzt auch Übertragungen bei engem Kontakt unter Menschen. Der Andes-Stamm hat sich in Südamerika ausgebreitet, darunter in Argentinien. Dort war das Kreuzfahrtschiff ursprünglich in See gestochen.

Wochenlange Inkubationszeit
In Mitteleuropa kommen die Spezies Puumala-Virus (PUUV) und Dobrava-Belgrad Virus Typ Kurkino (DOBV Typ Kurkino) am häufigsten vor. Diese gelten als weniger ansteckend. Laut AGES beträgt die Inkubationszeit meist zwei bis vier Wochen. In einigen Fällen sind es nur fünf Tage, in anderen können es bis zu 60 sein.

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