Kurzer Prozess
Trump-Minister lässt fast 1000 Bisons deportieren
Es trifft nicht nur Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigungen, jetzt lässt die Trump-Regierung auch noch 950 Bisons deportieren. Eine aus 950 Tieren bestehende Herde wird im Bundesstaat Montana vom öffentlichen Land verwiesen – von dort, wo diese schon lange vor der Entdeckung Amerikas heimisch waren.
Der Hintergrund: Die gemeinnützige American Prairie Foundation hatte mit Spendengeld Hunderttausende Hektar Land gekauft. Dazu pachteten sie sieben Weideflächen im Phillips County, wo die Bisonherde grasen konnte. Das Ziel war es, die sogenannte „American Serengeti“ wiederherzustellen. Gemeint ist eine artenreiche Graslandschaft im Rocky-Mountain-Staat, in der außer Bisons auch noch Wölfe, Gabelböcke, Grizzlybären und Berglöwen heimisch sind.
Unberührte Wildnis als politischer Zankapfel
Der Traum von unberührter Wildnis wurde in dem konservativen Bundesstaat zum politischen Zankapfel. Republikanische Politiker warfen der Naturschutz-Stiftung vor, die Preise für Land in die Höhe zu treiben und Ranchern und Viehzüchtern damit die Existenzgrundlage zu entziehen. Jetzt griff das Innenministerium – deren Logo ausgerechnet ein Bison enthält – in den Streit ein. Trumps Innenminister Doug Bergum, der selbst ein Ranch-Besitzer im Nachbarstaat North Dakota ist, machte kurzen Prozess.
Pachtlizenzen gestrichen, Bisons verbannt
Er strich der American Prairie Foundation die Pachtlizenzen und verbannte die Bisons aus ihrem Land. Dabei berief Bergum sich auf ein fast 100 Jahre altes Gesetz (den Taylor Grazing Act), nach dem öffentliches Prärieland allein Nutztieren zugänglich gemacht werden darf. Die Bisons, deren Herde eigentlich auf 5000 Tiere erweitert werden sollte, seien dagegen Wildtiere. Dieses Argument findet ein Sprecher der Naturschützer in der „New York Times“ vollkommen unverständlich: „Die Bisons sind Nutztiere und wie alle anderen auch getaggt und geimpft. Wir spenden zudem ihr Fleisch an Stämme der amerikanischen Ureinwohner in der Gegend.“
Greg Gianforte, der republikanische Gouverneur von Montana und ein Trump-Loyalist, begrüßte in einem Statement die Bison-Ausweisung: „Wir stehen an der Seite unserer Farmer und Rancher gegen staatliche Übergriffigkeit“. Öffentliche Flächen müssten „zugänglich und produktiv bleiben“, statt für die Vision einzelner Interessengruppen blockiert zu werden.









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