Ein „Alpentiroler“ auf großer Reise: Die Reise von Wisent-Kuh Ina führt weit über Ländergrenzen hinaus, bis in die rauen Berglandschaften des Kaukasus. Ihre Geschichte erzählt von der gemeinsamen Verantwortung, bedrohten Arten eine Zukunft in freier Wildbahn zu ermöglichen.
Von den sanften Hängen Innsbrucks in die wildromantischen Berge des Kaukasus – die Geschichte von Wisent-Kuh Ina ist mehr als ein Tierporträt. Sie ist ein Symbol dafür, dass Naturschutz Grenzen überwindet und das Überleben ganzer Arten sichert. Nach rund 100 Jahren Abwesenheit sollen die majestätischen europäischen Bisons in ihrer historischen Heimat wieder Fuß fassen. Und Österreich ist mittendrin.
„Es ist ein Moment, auf den wir lange hingearbeitet haben“, sagt ein Experte des Alpenzoos Innsbruck. „Ein Tier, das hier geboren wurde, trägt nun aktiv dazu bei, eine Population wieder aufzubauen, die wir fast verloren glaubten.“
Vom Tiroler Gehege in die Wildnis
Der Weg nach Aserbaidschan ist kein Spaziergang. Intensive tierärztliche Kontrollen, Besenderung und eine behutsame Eingewöhnung im neuen Auswilderungsgebiet sind notwendig, um Ina und ihre künftigen Artgenossen zu schützen. Jede Entscheidung – von der Auswahl des Transportwagens bis zur Ankunft im Schutzgebiet – wird minutiös geplant, damit die Tiere stressfrei und gesund ihre neue Heimat erreichen.
„Es geht nicht nur um die Wiederansiedlung einer Art, sondern auch um den Schutz des gesamten Ökosystems“, erklärt ein WWF-Experte. Große Pflanzenfresser wie Wisente formen Landschaften, erhalten Wälder und Wiesen und schaffen Lebensräume für unzählige andere Arten.
Kaukasus - ein Refugium für Europas Urwild
Die Kaukasus-Region ist mehr als nur eine Kulisse für das Projekt. Sie bietet Lebensraum, Nahrung und Schutz. Hier kann die Population wachsen, frei von menschlicher Bedrohung, und langfristig die Artenvielfalt der Region stärken. Jede Wiederansiedlung ist ein Balanceakt zwischen Naturschutz, Logistik und der Biologie der Tiere – ein Prozess, der Fachwissen und internationale Zusammenarbeit erfordert.
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Das Projekt zeigt, wie grenzüberschreitender Naturschutz funktioniert: Zoos, Naturschutzorganisationen und Behörden aus mehreren Ländern arbeiten Hand in Hand. Die Kooperation macht deutlich, dass Artenschutz global gedacht werden muss – und dass jeder Schritt, von der Geburt im Alpenzoo bis zur Auswilderung, zählt. „Wir hoffen, dass Ina und ihre zukünftigen Artgenossen zu Botschaftern der Natur werden“, sagt ein WWF-Sprecher. „Sie stehen für Hoffnung, für die Rückkehr der Arten und für die Kraft internationaler Zusammenarbeit.“
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