Kriege, Klimawandel und dadurch bedingte steigende Energiepreise und Lebenshaltungskosten – mittlerweile spürt man das auf der ganzen Welt. Humanitäre Hilfsorganisationen kommen kaum hinterher. Martin Frick, Direktor des UNO-Welternährungsprogramms für Deutschland, Österreich und Liechtenstein sprach im „Krone“-Interview über aktuelle Herausforderungen.
Wie beeinflussen aktuelle Konflikte, etwa die Blockaden im Roten Meer oder an der Straße von Hormuz, die globale Ernährungssicherheit?
Sehr unmittelbar. Wir sprechen von etwa 318 Millionen Menschen, die dringend Hilfe benötigen. Die Blockaden treffen sie mehrfach. Die Energiepreise wirken sich direkt auf die Landwirtschaft und die Verteilung von Lebensmitteln aus. Dann die Logistik: Die Straße von Hormus ist essenziell für den humanitären Schiffsverkehr. Wir müssen derzeit gewaltige Umwege fahren. Um Afghanistan zu versorgen, fahren wir nun über Jordanien, Aserbaidschan und das Kaspische Meer. Das bedeutet drei Wochen extra Zeit, die hungernde Kinder nicht haben, und Mehrkosten von 1.000 Dollar pro Tonne. Wir haben auch solche Absurditäten, dass wir Getreide aus Indien um das Kap der Guten Hoffnung einmal um Afrika fahren mussten, um dann nördlich in den Suezkanal nach Sudan zu kommen.
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