Zwei Tote in Leipzig

Täter flog einen Tag vor Amokfahrt aus Psychiatrie

Deutschland
05.05.2026 11:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der Leipziger Innenstadt ist ein Autofahrer am Montag durch die Fußgängerzone gerast. Er tötete dabei zwei Menschen und verletzte mehrere weitere Opfer. Nun wurde bekannt: Der Amokfahrer Jeffrey K. war nur einen Tag vor der Horrortat aus der Psychiatrie geflogen.

Der 33-Jährige war am Montag mit etwa 80 km/h 600 Meter durch die Fußgängerzone gebrettert, ehe die wahnsinnige Fahrt von einem Poller gestoppt wurde. Zuvor war der Verdächtige in einer psychiatrischen Einrichtung in Leipzig untergebracht: Dort befand sich K. noch am Sonntag, bis er aus der Einrichtung geschmissen wurde, wie „Bild“ berichtete. 

Der Tatort in Leipzig blieb auch am Dienstag noch gesperrt.
Der Tatort in Leipzig blieb auch am Dienstag noch gesperrt.(Bild: EPA/FILIP SINGER)

Der 33-Jährige soll sich dort selbst eingewiesen haben. In der Psychiatrie habe sich der spätere mutmaßliche Amokfahrer allerdings äußerst aggressiv gegenüber anderen Patienten verhalten, weshalb er der Einrichtung verwiesen wurde. 

Am Tag nach der Amokfahrt wurde der Tatort von Ermittlern untersucht.
Am Tag nach der Amokfahrt wurde der Tatort von Ermittlern untersucht.(Bild: AFP/JENS SCHLUETER)

Eine Entlassung sei jedoch nur möglich, wenn keine akute Gefahr vom Patienten ausgehe, erklärt die Zeitung – ansonsten müsse die Polizei alarmiert werden. Ob das tatsächlich passiert sei, ist jedoch nicht bekannt.

Einige Opfer verließen selbstständig Tatort
Nur einen Tag später raste der Deutsche eine 63-Jährige aus Oberfranken und einen 77-Jährigen aus Leipzig in der Grimmaische Straße tot. Mehrere Menschen wurden verletzt – einige suchten nach der Amokfahrt eigenständig einen Arzt auf, was die Angabe über eine genaue Anzahl der Opfer schwer mache. „Viele Leute haben den Ort selbstständig verlassen und sich zum Arzt begeben“, erklärte der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz gegenüber dem Sender MDR. Drei Schwerverletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. 

Die Karte zeigt die Lage von Leipzig in Sachsen im Kontext eines Vorfalls, bei dem ein Auto in eine Menschenmenge gefahren ist. Leipzig ist mit einem Symbol hervorgehoben, das den Ort des Geschehens markiert. Quelle: APA.

Verdächtiger in Krankenhaus untergebracht
K. ließ sich nach der Kollision mit einem Poller, der das Fahrzeug stoppte,  widerstandslos festnehmen und wurde danach zur Untersuchung in die Uniklinik der Stadt gebracht. Ein Arzt stellte fest, dass der 33-Jährige aufgrund seiner psychischen Verfassung nicht haftfähig sei. Der Verdächtige wurde im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz untergebracht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen und versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen.

K. arbeitete als Haustechniker, ist verheiratet und hat ein Kind. Ein Streit im familiären Umfeld könnte der Auslöser für das Drama gewesen sein. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters aus. Der 33-Jährige war bereits vor der Amokfahrt polizeibekannt, allerdings nicht einschlägig. Nähere Informationen dazu werden im Laufe des Dienstags erwartet. 

Ermittlungen dauern an
Die Grimmaische Straße führt vom zentralen Augustusplatz in die Leipziger Fußgängerzone bis zur Thomaskirche. In der Nähe befindet sich die Universität sowie die Nikolaikirche Leipzig, ein zentraler Ort der Friedlichen Revolution. Die Grimmaische Straße und der Marktplatz bleiben noch bis zum späten Dienstagnachmittag gesperrt, weil die Polizei dort Spuren sichert und weiter ermittelt, wie ein Sprecher mitteilte.

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