Großes Fest

Musikschule Bregenz begeht 125-Jahr-Jubiläum

Vorarlberg
05.05.2026 11:30
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Das Jubiläumsjahr des Bildungshauses in Bregenz (Vorarlberg) wird – wie könnte es anders sein – musikalisch begangen. Direktorin Bettina Wechselberger gibt Einblicke in den schulischen Alltag.  

Die Musikschule Bregenz feiert heuer 125 Jahre ihres Bestehens. Grund genug für ein großes Konzert im Festspielhaus, das am Dienstagabend um 18.30 Uhr mit über 300 Mitwirkenden über die Bühne gehen wird. Die „Kronenzeitung“ sprach mit der Direktorin Bettina Wechselberger über dieses Fest, die traditionsreiche Bregenzer Musikschule und die Sinnhaftigkeit der Musikerziehung für die heutige Gesellschaft.

Kronenzeitung: Frau Direktorin Wechselberger, was erwartet die Besucher heute Abend im Festspielhaus?
Bettina Wechselberger: Es war uns wichtig, dieses Jubiläum mit unseren Schülern zu feiern, nicht in einer exklusiven Veranstaltung nur für Ehrengäste. Über dreihundert Musikschüler werden auf der Bühne stehen und ein abwechslungsreiches Programm präsentieren. Dieses Fest zu organisieren macht mir viel Freude und ich habe ein tolles Team. Auch zwei Volksschulen haben wir zur Mitwirkung eingeladen. Mit den Kindern muss der Ablauf minutiös geprobt werden, zum Beispiel der Weg von der Garderobe zur Bühne, denn sie sind ja keine Profis. Aber ich denke, für diese 150 Schülerinnen und Schüler ist es ein unvergessliches Erlebnis, auf der Bühne des Festspielhauses zu stehen.

Bettina Wechselberger leitet die Musikschule Bregenz, die heuer in ihr 125. Jahr geht.
Bettina Wechselberger leitet die Musikschule Bregenz, die heuer in ihr 125. Jahr geht.(Bild: Bernd Hofmeister)

Arbeitet also die Musikschule Bregenz auch mit Volksschulen zusammen?
Wir haben eine Kooperation mit allen acht Volksschulen in Bregenz. Es gibt in allen vier Schulstufen Singklassen, dazu Musikunterricht in Kleingruppen. Dieses sogenannte Klassenmusizieren findet im Rahmen des regulären Unterrichts vormittags statt, mit insgesamt 1000 Schülern pro Woche. Zum Beispiel sind zehn Musikpädagogen an einem Tag zeitgleich in der Volksschule Weidach im Einsatz. In diesem Ausmaß wird das nur in Bregenz angeboten. In den weiterführenden Schulen gibt es diesen Unterricht nicht mehr, denn wir hoffen, dass wir die Kinder dann schon so weit begeistern konnten, dass sie an der Musikschule ein Instrument lernen.

Das führt uns zur Arbeit an der Musikschule selbst.
Die Musikschule selbst besuchen pro Woche ebenfalls an die 1000 Schüler. Es sind inzwischen vier Häuser, in denen wir Unterricht anbieten. Neben dem typischen Einzelunterricht haben wir eine Reihe von Ensembles, natürlich Chöre, dann Streicherensembles für die ganz jungen Streicher, mehrere Orchester auch im Bereich der Bläser und der Gitarristen, ein Erwachsenenorchester und sogar ein Barockorchester. Unbedingt zu erwähnen ist die Popularmusik mit vielen Bands und einer Bigband. Pro Schuljahr präsentieren wir unsere Arbeit in etwa 100 Veranstaltungen. Das sind zum Beispiel Fachbereichskonzerte, Schlusskonzerte am Ende des Schuljahres oder die beliebte „Musik im Park“. Auch ein Musical haben wir aufgeführt.

Gibt es denn genug Lehrer für dieses reiche Angebot?
Tatsächlich haben wir einen großen Lehrermangel an den Musikschulen. Wir würden uns wünschen, dass die Zusammenarbeit mit der Hochschule Stella in Feldkirch noch intensiver würde. Die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen bereichert auch das Leben eines konzertierenden Musikers in hohem Maße, und man sollte zum Beginn eines Studiums weder das eine noch das andere ausschließen.

Worauf zielt der Unterricht an der Musikschule?
Zum einen geht es um Talentförderung, zum anderen um die Breitenwirkung. In jedem Fall steht die Bildung der Persönlichkeit im Zentrum. Jeder Euro, der vom Land, der Stadt, den Gemeinden in die Musikausbildung fließt, ist ein gewonnener Euro. Wir erleben täglich die wunderbare Gemeinschaft beim Musizieren, wie sich Persönlichkeiten entwickeln. Das ist unschätzbar für unsere Gesellschaft. Weiters ist unsere Aufgabe, den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzubieten. Sie können Teil einer Blaskapelle werden oder eines Chors – auch wenn Musik nicht zum Beruf wird. Und man darf nicht vergessen, dass die Musikschulen der wichtigste Zulieferbetrieb für ein professionelles Musikstudium und in weiterer Folge für die Orchester sind. Ohne die Musikschulen gäbe es diesen Berufszweig nicht. Denn niemand kann nach der Matura einfach so Musik studieren. Eine Musikerlaufbahn beginnt in der Kindheit. Um das zu zeigen, haben wir zu unserer Gala heute Abend einen ehemaligen Schüler aus unserer Musikschule eingeladen, der jetzt am Mozarteum in Salzburg studiert, den Perkussionisten Umutcan Aksoy.

Mehr zur Geschichte der Musikschule Bregenz auf: bregenz.gv.at/125-jahre-musikschule

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