1,9 Mrd. Euro Umsatz

Trump beeinflusst das Familienunternehmen Greiner

Oberösterreich
05.05.2026 11:40

Der Kunststoffkonzern Greiner mit Sitz in Kremsmünster verzeichnet für das Vorjahr ein leichtes Umsatzminus von 2,5 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Einfluss auf das Ergebnis nahmen auch die geopolitischen Entwicklungen rund um Donald Trump und den Iran-Krieg.

Was auf der Bühne der Weltpolitik passiert, hat Auswirkungen bis nach Kremsmünster: Dort hat Kunststoffspezialist Greiner seinen Hauptsitz. Die Trump’schen Kürzungen von US-Forschungsgeldern für Gesundheit zum Beispiel führten zu einem vierprozentigen Umsatzminus des Greiner-Geschäftsfeldes für Medizintechnik. Und der Iran-Krieg? „Die Logistikkosten sind um bis zu 400 Prozent gestiegen, die Rohstoffkosten schwanken täglich zwischen 40 und 70 Prozent“, sagt CEO Saori Dubourg.

Saori Dubourg ist Vorstandsvorsitzender der Greiner AG.
Saori Dubourg ist Vorstandsvorsitzender der Greiner AG.(Bild: Greiner AG / Andreas Pohlmann)

„Dauert fünf bis zehn Jahre“
Öl und Gas sind die wesentlichen Rohstoffe für jene Kunststoffe, die Greiner weiterverarbeitet. „Es dauert in der Regel fünf bis zehn Jahre, bis zerstörte Öl- und Gasinfrastruktur wieder aufgebaut wird. Das ist ein mittelfristiger Effekt, auf den wir uns einstellen“, sagt Dubourg. Wie das Unternehmen darauf reagieren will, beantwortete der Vorstand bei der Präsentation der Vorjahres-Bilanz eher vage: Viele Spieler in der Industrie müssten derzeit ihre Preise erhöhen. Zudem seien Effizienzmaßnahmen möglich, etwa: Greiner könnte die Wandstärke der Joghurtbecher, die das Unternehmen herstellt, reduzieren und so Rohstoffe sparen.

Der Campus von Greiner in Kremsmünster.
Der Campus von Greiner in Kremsmünster.(Bild: Greiner AG)

Breites Portfolio
Dem Familienunternehmen hilft jedenfalls sein breites Produktangebot, denn Umsatzrückgänge in anderen Sparten wurden durch das wichtigste Geschäftsfeld, die Verpackungen, mit einem Plus von drei Prozent etwas ausgeglichen. So erzielte Greiner 2025 insgesamt einen Umsatz von 1,94 Milliarden Euro – um 2,5 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Personalstand blieb mit weltweit rund 10.000 Mitarbeitern – 2000 davon in Österreich – weitgehend konstant. Wachstumschancen sieht das Unternehmen vor allem in Nordamerika, wo Greiner bereits jetzt 14 Prozent seines Umsatzes macht.

Man investiere zudem systematisch in die Fähigkeiten der Mitarbeitenden und veröffentliche freiwillig einen Nachhaltigkeitsbericht „weil Klimawandel in unserer Haltung elementar ist und wir Verantwortung übernehmen wollen“. Die Recyclingfähigkeit wolle man weiter ausbauen. Als Familienunternehmen – die Familie zog sich 2011 aus der Unternehmensführung zurück – könne Greiner 30 Jahre vorausdenken und dann spielten Fragen wie Trockenheit aufgrund des Klimawandels eine Rolle bei Investitionen in Standorte, erklärte Dubourg. Der „Purpose“, der übergeordnete Sinn des Unternehmens, „den wir definieren, ist 30 bis 50 Jahre im Voraus gedacht“.

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