Salzburg riegelt ab

Innenstadt wird für Touristen-Autos zur Sperrzone

Salzburg
04.05.2026 12:17

Die Stadt Salzburg hat am Montag ihre Verkehrsregelung für die Sommermonate vorgestellt. Der Plan: Die Innenstadt rund um die Altstadt wird für Autos von Touristen zur Sperrzone. Ins Zentrum dürfen nur noch Autos aus der Stadt, dem Umland und mit Sondergenehmigung fahren.

„Wir haben die Touristen de facto ins Wohnzimmer reinfahren lassen“, sagte Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) bei der Präsentation. Das solle sich jetzt in den Monaten Juli und August ändern. Die jetzige Regelung wird dann übrigens nahtlos von der Neutor-Sperre aufgrund der Baustelle bei den Festspielhäusern abgelöst.

Die wichtigsten Regelungen im Überblick

  • In den Sommermonaten wird eine Innenstadtzone mit Verkehrsbeschränkung verordnet. Das ist durch eine Novelle der Straßenverkehrsordnung im vergangenen Herbst möglich.
  • Die Zufahrt ist dann für Kfz bis 3,5 Tonnen beim Müllner Hügel, dem Neutor, in der Imbergstraße und in der Schwarzstraße auf Höhe Makartplatz nicht mehr möglich.
  • Ausgenommen sind nur Fahrzeuge mit den Kennzeichen S, SL, HA und aus Deutschland BGL, BGD, REI, LF. Das heißt, die Gebirgsgaue mit den Kennzeichen JO, ZE, TA dürfen nicht einfahren. Ebenso die angrenzenden oberösterreichischen Bezirke BR und VB.
  • Ausnahmen gibt es auch für Anrainer, Beschäftigte mit Arbeitsplatz in der Zone, Ladetätigkeit, Taxis, Mietwagen, Menschen mit Behinderung, Handwerker, Lieferanten und Hotelgäste mit Buchungsbestätigung in der Zone.
  • Tagestouristen sollen die vier Park & Ride-Parkplätze (Messe, Süd, Flughafen, Outlet-Center) ansteuern. Dort gibt es ein Tagesticket um 7,50 Euro, das auch als Ticket für den öffentlichen Verkehr für alle Pkw-Insassen gilt.

Kontrolliert wird die neue Sperrzone durch die Polizei. Allerdings, wie Thomas Schwaiger, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei, erklärt, „im Rahmen des Streifendienstes“. An gewissen Tagen könnten auch Polizisten an den Einfahrten postiert werden, „durchgehend sicher nicht“, kündigt Schwaiger an.

Verkehrsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) verweist auf das Vorbild vieler italienischer Städte mit einer „Zona a traffico limitato“. Dort funktioniere das sehr gut, ist Schiester überzeugt. „Wir wollen ein bisschen mehr dolce vita in unsere Stadt bringen. Ein bisschen mehr Flanierqualität und weniger Stau“, meint Schiester.

Die Stadtregierung hofft, den Durchzugsverkehr im Stadtzentrum um rund 1000 Fahrzeuge täglich reduzieren zu können. Zum Vergleich: Aktuell fahren circa 12.000 Fahrzeuge täglich durch das Neutor.

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