Di, 19. Juni 2018

"Albtraum vorbei"

23.07.2014 11:41

"Costa Concordia" nun auf der Reise nach Genua

Zweieinhalb Jahre nach der Havarie mit 32 Toten hat das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" am Mittwoch von der italienischen Mittelmeerinsel Giglio aus seine letzte Reise zur Verschrottung nach Genua begonnen. Gegen 11 Uhr nahm der Kreuzfahrtriese den Kurs auf die Hafenstadt auf, die Reise wird voraussichtlich vier Tage dauern. Vor Beginn der Fahrt war das Wrack um 90 Grad in Richtung Norden gedreht worden.

Vier Schlepper - zwei am Bug und zwei am Heck - ziehen die "Costa Concordia" bis zur Verschrottung nach Genua. 14 Schiffe insgesamt begleiten den Transport auf der gut 350 Kilometer langen Strecke in die ligurische Hafenstadt. Die Route führt entlang der französischen Insel Korsika nach Norden. Die größte Gefahr für das stark beschädigte Schiff sind starke Winde und hohe Wellen auf dem offenen Meer. Täglich wird das Schiff rund 50 Seemeilen (92,6 Kilometer) zurücklegen.

Hier können Sie die letzte Reise der "Costa Concordia" via Online-Karte mitverfolgen.

An Bord der "Costa Concordia" befinden sich zwölf Personen. Ein Kontrollraum wurde in der Havarie eingerichtet. Schiffe halten sich zum Einsatz bereit, sollte es zu umweltgefährdenden Zwischenfällen kommen. Zudem sorgen Schiffe der Küstenwache und der italienischen Polizei dafür, dass sich niemand in einem Umkreis von drei Seemeilen unerlaubt dem Konvoi nähert. Auch der Flugraum über dem Gebiet, das vom havarierten Luxusliner befahren wird, wird geschlossen.

"Ein Albtraum ist zu Ende gegangen"
Auf Giglio ertönten Kirchenglocken sowie Sirenen im Hafen, womit sich die Insel von dem am 13. Jänner 2012 gestrandeten Kreuzfahrtriesen verabschiedete. Hunderte Einwohner, Touristen und Journalisten feierten den Beginn der letzten Reise des Wracks. Schon seit dem frühen Mittwoch waren Menschen zum Hafen der Insel geströmt, um die letzten Phasen der Vorbereitungen für den Abtransport zu beobachten. "Wir sind überglücklich, ein Albtraum ist zu Ende gegangen. Wir hoffen jetzt, dass alles unternommen wird, um alle Spuren dieser Tragödie wegzubringen", kommentierte der Bürgermeister der Giglio Sergio Ortelli.

Das Bergungsteam versicherte, dass an Bord der "Costa Concordia" alles bestens funktioniere. "Diese Operation war für uns eine unglaubliche Erfahrung, die noch nicht zu Ende ist. Es ist eine Operation, die viele Personen aus verschiedenen Ländern zusammengeführt hat. Ich bin stolz, Mitglied dieses Teams zu sein", betonte Franco Porcellacchia, Chefingenieur der Reederei Costa Crociere, Betreiberin des Schiffes.

Das Bergungsteam gedachte auch der 32 Opfer des Unglücks. "Die Tragödie, die sich hier vor Giglio abgespielt hat, wird nicht durch die Arbeiten ungeschehen gemacht. Wir sind jedoch glücklich, dass wir unser Versprechen, Giglio vom Wrack zu befreien, gehalten haben", sagte Sergio Micoperi, Chef der italienischen Firma Micoperi, die gemeinsam mit der US-Gesellschaft Titan die Bergungsaktion koordiniert hat.

Unglück forderte 32 Todesopfer
Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs waren insgesamt 32 Menschen ums Leben gekommen. 77 Österreicher waren an Bord gewesen, sie konnten sich alle retten. Die 1.500 Einwohner der 16 Kilometer westlich der toskanischen Küste liegenden Insel Giglio hatten in der Unglücksnacht ihre Schulen, Kindergärten, Kirchen und Privathäuser geöffnet und die Überlebenden der Havarie spontan mit Decken, Mänteln und heißen Getränken versorgt.

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