Von Maus übertragen

Seltenes Borna-Virus fordert Todesopfer in Bayern

Ausland
01.05.2026 11:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Bayern ist erneut ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben. Erst im März war ein weiterer Infektionsfall im Landkreis Erding gemeldet worden. Im Herbst 2025 war ein 57-Jähriger an dem seltenen Virus gestorben.

Die jüngste Infektion sei im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Der Infizierte starb an den Folgen. Das Virus wird selten auf den Menschen übertragen und verläuft in der Regel lebensbedrohlich. Das Gesundheitsamt sei mit der Klärung des Infektionswegs befasst und stehe in Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), hieß es am Donnerstag. Aktuell sei nicht bekannt, wo und wie sich der Mensch infiziert habe. Jährlich werden in Deutschland weniger als zehn Fälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern.

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Fachleute gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken. Schwere Symptome wie meist tödliche Gehirnentzündungen sind auf die überschießende Immunreaktion beim Menschen zurückzuführen. 

Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie. Bei Tieren ist der Erreger schon lange bekannt. 2018 wurde nachgewiesen, dass das Virus auf den Menschen übertragbar ist. Seit 2020 ist die Krankheit meldepflichtig.

Keine Fälle beim Menschen in Österreich
Auf der Website der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hieß es, dass das Virus in Österreich „bei Tieren bisher nur vereinzelt nachgewiesen wurde“, demnach wurden in den vergangenen Jahren vier Fälle von Bornascher Krankheit beim Pferd detektiert. „Bei Menschen ist in Österreich noch kein Fall einer durch Bornaviren verursachten Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) aufgetreten.“

Zitat Icon

Bei Menschen ist in Österreich noch kein Fall einer durch Bornaviren verursachten Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) aufgetreten.

Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)

Fachleute empfehlen, lebende oder tote Mäuse nicht mit bloßen Händen zu berühren. Bei Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben, zum Beispiel im Schuppen, sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden. Anschließend sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte Flächen reinigen. Kadaver sollten in einem verschlossenen Plastiksack im Hausmüll entsorgt werden. Feldspitzmäuse sind Insektenfresser. Sie sind scheu, nachtaktiv, selten und haben deutlich spitzere Gesichter als andere Mäuse.

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