Meist lebensbedrohlich
Person in Bayern mit Bornavirus infiziert
Ein neuer Fall einer seltenen, aber meist lebensbedrohlichen Virusinfektion sorgt in Bayern für Aufmerksamkeit – und wirft auch Fragen für Österreich auf. Denn das sogenannte Bornavirus wird vermutlich durch kleine, unscheinbare Tiere übertragen, die auch hierzulande vorkommen.
Im Landkreis Erding in Oberbayern wurde eine Infektion mit dem Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) bei einem Menschen nachgewiesen. Die Erkrankung gilt als extrem selten – bundesweit werden jährlich weniger als zehn Fälle registriert, haben aber verheerende Folgen. Angaben zum Gesundheitszustand der aktuell betroffenen Person machte das Landratsamt nicht.
Infektion meist lebensbedrohlich
Die Infektion verläuft laut Fachbehörden in der Regel lebensbedrohlich. Erst seit 2018 ist bekannt, dass das Virus auch beim Menschen schwere Gehirnentzündungen auslösen kann. Zuvor war der Erreger vor allem bei Tieren wie Pferden oder Schafen bekannt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt nach aktuellem Wissensstand als ausgeschlossen.
Als wahrscheinlichster Übertragungsweg gilt der Kontakt mit Ausscheidungen von Feldspitzmäusen. Diese können das Virus über Kot, Urin, Speichel oder sogar über ihre Haut abgeben, ohne selbst zu erkranken. Ein direkter Kontakt mit den Tieren ist dabei laut Behörden eher die Ausnahme – oft dürfte die Infektion unbemerkt erfolgen.
Vorkommen auch in Österreich
Das Virus kommt regional begrenzt vor, insbesondere in Teilen Süd- und Ostdeutschlands. Laut Berichten betrifft dies vor allem Bayern. Doch auch in Österreich – insbesondere in Oberösterreich – wurden in der Vergangenheit vereinzelt Fälle bei Tieren festgestellt.
Nach Angaben der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist die Lage hierzulande jedoch ruhig: Bislang wurde kein einziger Fall einer durch das Bornavirus ausgelösten Infektion beim Menschen registriert. Insgesamt gilt das Risiko für die Bevölkerung als sehr gering.
Behörden raten zu Vorsicht
Dennoch empfehlen Experten Vorsichtsmaßnahmen, um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden. So sollten Spitzmäuse – lebend oder tot – nicht mit bloßen Händen berührt werden. Bei Arbeiten in potenziell belasteten Bereichen, etwa in Schuppen oder Gärten, wird das Tragen von Handschuhen und Masken angeraten.
Auch beim Umgang mit toten Tieren gilt besondere Vorsicht: Diese sollten nur mit Schutzausrüstung beseitigt und betroffene Flächen gründlich gereinigt werden. Wichtig ist zudem, mögliche Nahrungsquellen für Spitzmäuse im Umfeld zu reduzieren – etwa offen zugängliche Abfälle oder Tierfutter.
Rätsel um Verbreitung
Warum das Virus nur in bestimmten Regionen vorkommt, ist bislang nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass sowohl das Vorkommen des Wirtes – also der Feldspitzmaus – als auch weitere Umweltfaktoren eine Rolle spielen.
Trotz einzelner Fälle bleibt die Einschätzung der Behörden eindeutig: Für die breite Bevölkerung besteht derzeit kein Anlass zur Sorge – wohl aber ein Grund, aufmerksam zu bleiben.










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