Mit dem 1. Mai tritt das Handelsabkommen vorläufig in Kraft – und das ohne Zustimmung des EU-Parlaments. Kritiker des Pakts warnen vor mehr Regenwaldrodung und massivem Druck auf Europas Landwirtschaft.
„Während unsere Bauern um ihr Überleben kämpfen und in Südamerika der Regenwald immer mehr zum Flammenmeer wird, drückt Brüssel eines der umstrittensten Handelsabkommen der Geschichte durch“, beklagt Greenpeace-Aktivist Sebastian Theissing-Matei und spricht vom „Frontalangriff auf die Demokratie“.
Wie berichtet, hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit EU-Ratspräsident António Costa im Jänner in Paraguay das Mercosur-Abkommen unterzeichnet.
Mit dem 1. Mai wird das Abkommen für Europas Landwirte bittere Öko-Realität. Das sorgt für heftige Kritik. Denn das EU-Parlament hat noch nicht endgültig zugestimmt, zudem prüft der Europäische Gerichtshof den Vertragstext derzeit rechtlich.
Greenpeace sieht angesichts dessen einen demokratischen Tabubruch. Der Deal werde durchgepeitscht, bevor die EU-Abgeordneten final abgestimmt hätten.
Der Mercosur-Pakt verbindet die EU mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Kritiker warnen jedoch vor mehr Regenwaldrodung und massivem Druck auf Europas Landwirtschaft. Denn künftig könnten zusätzlich 99.000 Tonnen Rindfleisch, 180.000 Tonnen Hühnerfleisch, eine Million Tonnen Mais sowie riesige Mengen Zucker und Ethanol nach Europa gelangen. Die EU-Kommission rechnet nur mit einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum von 0,05 Prozent bis 2040.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.