GUTEN MORGEN

Roter Sündenfall | Babler auspfeifen?

Roter Sündenfall. Ein Jubiläum könnte die SPÖ an ihrem Feiertag, heute, am 1. Mai, begehen. Doch sie wird versuchen, den 10. Jahrestag eines lauten Sündenfalls lieber stillschweigend zu übergehen. Es war der 1. Mai 2016, als in der SPÖ auf dem Wiener Rathausplatz eine Wunde aufbrach, die offenbar nicht mehr verheilt. Zur Erinnerung: Damals regierte die SPÖ als Nr. 1 mit Bundeskanzler Werner Faymann an der Spitze. Der pragmatische Kanzler hatte nach dem schleusen- und zügellosen Flüchtlingsansturm im Jahr davor einen Schwenk in der Asyl-Politik eingeleitet. Dagegen liefen die Linken Sturm, protestierten mit ohrenbetäubendem Pfeifkonzert und Gejohle beim Maiaufmarsch gegen den Parteichef. Sie setzten sich durch, wenig später war Faymann Geschichte.

Babler auspfeifen? Auch in der Asylfrage gewannen die Linken, die nachfolgenden SPÖ-Chefs wagten es nicht mehr, einen härteren Asyl-Kurs einzuschlagen. Letztlich gelang es den Linken sogar, einen aus ihren Reihen zum Parteichef zu krönen: Andreas Babler steht nun seit fast drei Jahren an der Spitze der SPÖ. Was den Linken und ihrem Ober-Genossen Babler zudem „gelang“: Die Partei sackte bei Wahlen auf Platz 3 ab, verliert nicht nur in Umfragen weiter. Die Wunde des 1. Mai 2016 zu schließen – das ist Babler nicht gelungen. Ausgepfiffen wird der Parteivorsitzende heute wohl dennoch nicht.

Kommen Sie gut durch den Feiertag!

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