Betreuungs-Pleite

Eltern wissen nicht mehr, wohin mit den Kindern

Salzburg
01.05.2026 11:00
Porträt von Salzburg-Krone
Von Salzburg-Krone

Volle Kindergärten und verstrichene Fristen machen die Suche nach neuer Betreuung für die Kleinen fast unmöglich. Durch die Pleite des Tageselternzentrums (TEZ) fallen in Salzburg 550 Plätze weg. Der Verein wird nicht weitergeführt. Wie lange die Kinder noch zu ihren Tageseltern können, ist unklar. 

Wohin mit den eigenen Kindern? Genau vor dieser Frage stehen jetzt Hunderte Familien in ganz Salzburg. Deren Nachwuchs wird aktuell noch von Mitarbeitern des Tageselternzentrums (TEZ) betreut. Wie lange das noch weitergehen kann, weiß niemand.

Klar ist, dass das TEZ zu Beginn der Woche Insolvenz angemeldet hat. Davon sind 160 Mitarbeiter und knapp 550 Kinder betroffen. Es geht um knapp 2,7 Millionen Euro an Schulden.

Der Kampf um den Verein startete bereits im Februar, als 83 Mitarbeiter vorsorglich zur Kündigung angemeldet wurden. Bei einer Demo gingen Tageseltern, Eltern und Kinder gemeinsam auf die Straße – vergeblich. Die „Krone“ berichtete.

Seit Donnerstag steht fix fest, dass es für das TEZ keine Zukunft mehr gibt. „Eine dauerhafte Fortführung des Vereins ist nicht vorgesehen“, heißt es in der Insolvenzmeldung des Gläubigerschutzverbandes akv.

Wie lange die Kinder jetzt noch zu ihren Tageseltern können, lässt sich nicht abschätzen. Alternativen dazu gibt es in ganz Salzburg derzeit kaum, Betreuungsplätze sind Mangelware und Anmeldefristen oft verstrichen. „Bei uns sind alle Plätze vergeben“, „wir sind voll“ und „für heuer sieht es knapp aus“, sind die Antworten der größeren Träger in Salzburg auf „Krone“-Anfrage.

Ein Angebot des Hilfswerks, Tageseltern und deren betreute Kinder zu übernehmen, gibt es noch. „Aber zu unseren Bedingungen und nach dem Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft“, so Geschäftsführerin Elke Schmiderer.

Julia Van Doreen hat einen eigenen Verein gegründet.
Julia Van Doreen hat einen eigenen Verein gegründet.(Bild: Andreas Tröster)

Bereits gestartet ist Tagesmutter Julia Van Doreen mit ihrem eigenen Verein. Dort hat sie mit heutigem Stand vier Mitarbeiter, die insgesamt 18 Kinder betreuen. „Wir wollen eigentlich klein starten. Jetzt haben sich viele Tageseltern gemeldet.“ Wegen der Insolvenz arbeite sie mit Hochdruck daran, weitere übernehmen zu können. Details habe Van Doreen nicht: „Wir müssen abwarten, wie lange es das TEZ jetzt noch gibt.“

Ungewisse Zukunft bereitet Eltern Bauchweh 
Wichtig sei, so schnell wie möglich Stabilität zu bekommen. „Kinder spüren die Ängste der Eltern und Tageseltern. Das darf man nicht unterschätzen.“

Vanessa Huber ist Mutter und weiß nicht mehr weiter.
Vanessa Huber ist Mutter und weiß nicht mehr weiter.(Bild: Markus Tschepp)

Direkt betroffen ist Vanessa Huber. Ihr dreijähriger Sohn Vincent ist derzeit bei einer Tagesmutter in Betreuung. Sie versteht nicht, warum sich alles so lange hinzieht. „Als Elternteil hat man die ganze Zeit Bauchweh.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Salzburg

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung