Nach einem monatelangen Hin und Her gab es keine Hoffnung mehr: Das Tageselternzentrum (TEZ) meldet heute, Dienstag Insolvenz an! 160 Beschäftigte sind ebenso betroffen wie 500 Kinder. Was das finanzielle Fiasko für Eltern und Mitarbeiter bedeutet...
Diese Nachricht des Tageselternzentrums (TEZ) riss Mitarbeitern und Familien den Boden unter den Füßen weg: „Um eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, bleibt für den Verein nur der Weg, einen Insolvenzantrag einzubringen.“ 160 Mitarbeiter sind von dem Schritt betroffen, rund 500 Kinder im Land werden über das TEZ betreut. Corinna Schober, (Noch-)Geschäftsführerin im TEZ stottert mit zittriger Stimme: „Ich gehe davon aus, dass der Verein Geschichte ist.“
Die Geschichte des Scheiterns
Was ist passiert? Bereits Anfang Februar 2026 drohte das TEZ, dass die Tageseltern ihren Job verlieren, wenn sie nicht eine Gehaltseinbuße von 20 Prozent hinnehmen.
Das Ergebnis war ernüchternd: Wir können den Verein nicht kostendeckend weiterführen.
Corinna Schober, TEZ-Geschäftsführerin
83 Tageseltern wurden vorsorglich beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorangemeldet. Es folgten Demonstrationen für die Tageseltern. Die Geschäftsführung und die Tageseltern einigten sich auf fünf Prozent Lohnverzicht. 26 Tageseltern kündigten trotzdem. Es sah alles nach einer Fortführung aus, doch Schober erklärt: „Wir haben zwei Wochen lang unsere Gebahrung von Experten prüfen lassen. Das Ergebnis war ernüchternd: Wir können den Verein nicht kostendeckend weiterführen.“
In einem Mail schreibt Schober: „Mit diesem Schritt verlieren 160 Mitarbeitende (...) ihren Arbeitsplatz.“ Diesmal sind nicht nur Tageseltern, sondern auch Pädagogen in Einrichtungen und die Verwaltung betroffen.
Ein Insolvenzantrag heißt nicht, dass die Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Gewerkschaftsboss Michael Huber
Bild: GPA
Gewerkschaft rät: „Nichts unterschreiben, keine Verträge kündigen“
So schnell geht es laut Gewerkschaftsboss Michael Huber aber nicht: „Ein Insolvenzantrag heißt nicht, dass die Mitarbeiter ihren Job verlieren.“ Jetzt müsse der Antrag eingebracht werden und ein Masseverwalter bestellt werden. Eine Betriebsversammlung sei für die aktuelle Woche geplant.
Huber rät: „Das Wichtigste ist jetzt: Die Mitarbeiter sollen nichts unterschreiben und ihre Arbeit weitermachen. Die Eltern sollen die Verträge nicht kündigen.“ Es vergehe jetzt einige Zeit. Alle Mitarbeiter-Ansprüche seien aus einem Fonds der Arbeiterkammer gesichert und werden ausbezahlt.
Ob Mitarbeiter ihren Job oder Kinder die Betreuung verlieren, entscheide sich erst in Wochen. Genau jene Wochen, in denen TEZ-Chefin Schober hofft: „Wir hoffen, dass wir den Betrieb einige Zeit aufrecht halten können, damit die Mitarbeiter und die Kinder von anderen Trägern aufgefangen werden können.“
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