Das „solide“ Jahr 2025 brachte der Raiffeisen-Landesbank Steiermark „stabiles Wachstum“. Auch 2026 war der Start gut – doch seit Beginn des Iran-Kriegs ist die wirtschaftliche Dynamik wieder gebremst. Wie es in der Steiermark weitergeht, wird vor allem in Washington, Frankfurt und der Straße von Hormus entschieden.
Der Tag, an dem die Wirtschaft vorerst kräftig eingebremst wurde, lässt sich genau festlegen: Es war der 28. Februar. Damals begann der amerikanisch-israelische Angriffskrieg auf den Iran.
Nachdem sich die heimische Konjunktur im Vorjahr leicht erholt hatte, zeichnete sich Anfang 2026 eine Fortsetzung dieser Entwicklung ab – bis Ende Februar. „Seitdem wissen wir in der Früh nie, was der Tag bringt“, sagt Martin Schaller, Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank, mit Blick auf die unberechenbare Politik im Weißen Haus.
Das vergangene Jahr war von geopolitischer Unsicherheit und verhaltener Konjunktur geprägt.

Martin Schaller
Bild: Christian Jauschowetz
Betriebsergebnis der steirischen Bankengruppe leicht gesunken
Dennoch zeigen sich Schaller und sein Vorstandsteam am Donnerstag bei der Präsentation ihrer Jahresbilanz 2025 optimistisch, dass am Ende des heurigen Jahres auch ein positives Ergebnis stehen wird. Das Vorjahr sei jedenfalls „solide“ gewesen und habe ein „stabiles, nachhaltiges Wachstum“ gebracht, so der Generaldirektor. Die Bilanzsumme der RLB stieg nach internationalen Bilanzierungsstandards auf 17,5 Milliarden Euro (plus 0,6 Milliarden Euro), das Konzernergebnis legte von 92 auf 353 Millionen Euro zu.
Etwas anders ist das Bild bei der gesamten Raika-Bankengruppe in der Steiermark, das sind neben der Landesbank noch 39 weitere regionale Raiffeisenbanken. Zwar stieg auch hier die Bilanzsumme (nach österreichischem Recht von 38 auf 39,2 Milliarden Euro), das Betriebsergebnis sank aber leicht von 595 auf 574 Millionen Euro. Für Schaller ist das vor allem auf die Zinsentwicklung zurückzuführen, das Ergebnis sei „zufriedenstellend“. Die Eigenmittelquote sank leicht von 26,3 auf 25,9 Prozent, dafür seien unter anderem neue regulatorische Effekte verantwortlich.
Kreditvergabe zog 2025 wieder an
Das Kundenvermögen lag bei 31 Milliarden Euro (plus 1,5 Milliarden Euro). Auffallend ist der anhaltende Trend im Wertpapiergeschäft (plus 13 Prozent). Nach oben ging es auch wieder bei den Krediten: ein Zuwachs von etwa 600 Millionen Euro auf 25,1 Milliarden Euro. Im privaten Wohnbau war das Plus mit 28 Prozent besonders groß, auch bei Firmenkunden gab es laut Vorstandsdirektor Rainer Stelzer eine positive Entwicklung, vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Pharma und (Winter-)Tourismus. Seit März ist die Dynamik aber wieder verhalten, das gilt seit Längerem generell für das Immobilien-Neugeschäft.
Was trotz jahrelanger Wirtschaftskrise positiv ist: Es gibt keinen Anstieg von zahlungsunfähigen Kunden, so der zuständige Vorstandsdirektor Florian Stryeck. „Gerade die Privathaushalte zeigen sich sehr widerstandsfähig.“
Leitzinsen werden steigen
Wie sich die Wirtschaft in der Steiermark weiterentwickelt, wird nicht nur in Washington und in der derzeit blockierten Meeresstraße von Hormus entschieden, sondern auch in Frankfurt, wo die Europäische Zentralbank die Leitzinsen festlegt. Martin Schaller geht aktuell heuer von drei Zinserhöhungen um je einen Viertelprozentpunkt aus, am Ende des Jahres dürften die Leitzinsen zwischen 2,5 und 3 Prozent liegen. „Die EZB ist in einem Dilemma. Sie muss auf die Rückkehr der Inflation reagieren, aber jede Zinserhöhung tut der Wirtschaft weh.“
Das Jahr 2026 werde jedenfalls geprägt sein von „sportlichen, unwägbaren Hürden“. Eine dieser Hürden sei die Verlängerung der Bankenabgabe, welche die Bundesregierung diese Woche angekündigt hat. Sie kostet die RLB etwa elf Millionen Euro im Jahr.
Bereits 99 Prozent aller Kontotransaktionen erfolgen digital.

Vorstandsdirektorin Arian Pfleger
Bild: Christian Jauschowetz
Nach Pankl: Weitere Übernahmen denkbar
Die Raiffeisen-Gruppe Steiermark hat 249 Bankstellen (davon 69 reine Selbstbedienungs-Standorte). Ende 2025 zählte man 753.299 Privat- und 71.062 Firmenkunden. „Wir werden immer die Bankengruppe sein, die am stärksten in den Regionen verankert ist“, betont Schaller. Laut Vorstandsdirektorin Ariana Pfleger werden pro Jahr 182 Millionen Euro in Bankstellen, Infrastruktur, Berater und Ausbildung gesteckt, 8,7 Millionen Euro fließen für digitale Services.
Für Schlagzeilen sorgte man vor Kurzem mit der Übernahme von Pankl Racing gemeinsam mit der Knill-Gruppe und der Invest AG. Es könnte nicht der letzte Coup gewesen sein. „Wir sind weiter mit offenen Augen und Ohren in der Steiermark unterwegs“, sagt Schaller. Auch die Energie Steiermark wäre interessant, falls die Landesregierung eines Tages Anteile auf den Markt werfen würde.
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