Barocke Frauenpower im Dorotheum: Das fragmentierte Gemälde einer Maria Magdalena, gemalt von der Italienerin Artemisia Gentileschi, sorgte für eine sensationelle Überraschung.
Nicht nur Maria Magdalena war eine starke Frau. Auch Artemisia Gentileschi (1593-1654) konnte sich in der männlich dominierten Zunft der Maler gehörig durchsetzen. Sie galt lange als eine der ganz wenigen weiblichen Namen der Barockmalerei, war Vorreiterin, die schon zu Lebzeiten geschätzt und gesammelt wurde. Sie war dazu die erste Frau, die in die Florentiner Kunstakademie aufgenommen wurde.
Bekannt ist sie vor allem für ihre kraftvollen Darstellungen biblischer Heldinnen, die sie im damals beliebten „Chiaroscuro“ malte, den scharfen Licht- und Schatten-Kontrasten, wie man sie besonders aus den Bildern Caravaggios kennt.
Kein Wunder, dass gerade in Zeiten, in denen die malenden Frauen und ihre Bedeutung wieder entdeckt werden, auch ihren Gemälden höchste Aufmerksamkeit widerfährt.
Selbst, wenn ihnen der Kopf fehlt. Wie jenem Bildnis der Maria Magdalena, das jetzt im Dorotheum für eine Sensation sorgte: Nach einem minutenlangen Bietergefecht und unter großem Applaus wurde das ihr zugeschriebene fragmentierte Ölgemälde für 837.500 Euro versteigert. Damit übertraf das Los den oberen Schätzpreis von 150.000 Euro um ein Vielfaches.
Das Meisterwerk lag in einem Keller
Das Werk stammt aus Berliner Privatbesitz, wo es lange aufgerollt im Keller lag. Der Kopf der Heiligen wurde unter ungeklärten Umständen aus der Leinwand geschnitten. Man nimmt an, dass die Tat im Chaos und während der Plünderungen im Berlin der Nachkriegszeit passiert ist.
2011 wurde das Gemälde dann als eine eigenhändige Replik erkannt. Also eine von Artemisia Gentileschi selbst gemalte Wiederholung einer Maria Magdalena, die sich im Bestand der Uffizien in Florenz befindet und im Palazzo Pitti hängt. Der Besitzer ließ das Fragment restaurieren – und kann sich jetzt über das Auktionsergebnis freuen.
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