Gemälde statt Getreide

Spektakuläres Kunst-Silo zeigt Porträts von Munch

Kultur
15.02.2026 07:00

Das 2024 in einem alten Getreidespeicher eröffnete Kunstsilo-Museum in Kristiansand im Süden von Norwegen zeigt den Künstler Edvard Munch als großen Porträtisten. 

Es geht auch ohne Schrei! Norwegens Wegbereiter der Moderne war nicht nur der düster expressive Symbolist, der in seinen berühmten Sujets wie „Der Schrei“, „Madonna“, „Melancholie“ oder „Angst“, die Themen Liebe, Tod und Einsamkeit manisch umkreiste. Im 118.000 Einwohner starken Kristiansand an Norwegens Südküste tritt Edvard Munch (1863-1944) jetzt als Porträtist von Graden auf.

Im Kunstsilo, dem spektakulären, 2024 eröffneten Museum am Hafen, ein umgebauter Getreidespeicher aus den 1930er-Jahren, gibt bis 10. Mai den faszinierenden Einblick in einen bis dato wenig beachteten Aspekt im Schaffen Munchs: „Viele der Werke sind relativ unbekannt und ermöglichen es, die soziale Seite von Munchs Schaffen zu zeigen“, sagt Alison Schmith, Kuratorin der Schau, die man von Londons „Portrait Gallery“ übernommen, und mit Werken aus der eigenen Sammlung und neuen Leihgaben adaptiert hat .

Spätwerk: Munchs Arzt & Vertrauter Lucien Claudius Dedichen (li.), & Kunstkritiker, Freund ...
Spätwerk: Munchs Arzt & Vertrauter Lucien Claudius Dedichen (li.), & Kunstkritiker, Freund und Förderer Jappe Nilssen wurden 1925-1926 gemalt.(Bild: Kunstsilo/Munchmuseet)
Lässig aufs Sofa gefläzt, doch auf Distanz gehalten durch Tisch und Glas. Der akademische Duktus ...
Lässig aufs Sofa gefläzt, doch auf Distanz gehalten durch Tisch und Glas. Der akademische Duktus löst sich ins Flächige auf : Hans Jæger , Anarchist und Befürworter der Freien Liebe, 1889 von Munch porträtiert.(Bild: Kunstsilo/Nasjonalmuseet)
891 hielt Munch seine Schwester Inger, Lehrerin und Fotografin, im Gemälde fest. Es zeigt ...
891 hielt Munch seine Schwester Inger, Lehrerin und Fotografin, im Gemälde fest. Es zeigt deutlich die Anklänge des dunkel dräuenden Symbolismus dieser Phase.(Bild: Kunstsilo/Munchmuseet)

Sie folgt Munchs Lebensstationen anhand eindringlicher Charakterstudien. Munch ist diesmal nicht das isolierte Genie, der von Neurosen getriebene Außenseiter. Hier wird er als gefragter Porträtist mit reichem Netzwerk aus Familie, Freunden, Intellektuellen, Künstlern in Norwegen, Skandinavien, Deutschland vorgestellt.

Höhepunkt ist das akademisch nachglimmende, frech direkte Bildnis des Literaten und Anarchisten Hans Jæger von 1889. Jæger war eine Zentralfigur der Kristiania Bohème, der auch Munch angehörte. Ihm ist der wenig später, durch die Paris-Aufenthalte und die Flächigkeit der Nabis-Gruppe inspiriert gemalte August Strindberg zur Seite gehängt.

Aus Munchs deutscher Zeit sieht man wichtige Förderer, wie Ernest Thiel und den in der Weltwirtschaftskrise Pleite gegangenen Augenarzt und Sammler Max Linde lebensgroß. Zum Ende geht es zurück in die Heimat, wo ihm ab 1909 vor allem Freunde und seine „Beschützer“, die mithalfen, dass er endlich in der Heimat anerkannt wurde, Modell stehen.

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