Wie die „Krone“ berichtete, haben sich die drei Nonnen von Goldenstein am Dienstag auf den Weg nach Rom gemacht – kurzfristig, denn Stunden davor hieß es noch, dass der Papst-Besuch abgesagt worden wäre. Mittlerweile erwägt der Obere der Nonnen, Anzeige zu erstatten. Auch ein Ordensausschluss steht im Raum. Das Team der Nonnen widerspricht aber den Darstellungen des geistlichen Vorsitzenden ...
Die drei betagten Nonnen von Goldenstein in Elsbethen bei Salzburg sind entgegen ihren Ankündigungen am Dienstag doch nach Rom gereist. Damit sind die zuletzt aufgetauchten Unklarheiten zum Verbleib der Frauen beseitigt.
Am Mittwoch sollen die Schwestern an der Generalaudienz des Papstes im Vatikan teilnehmen. Ob es dabei die Möglichkeit zu einem Handshake, Wortwechsel oder gar einem kurzen Gespräch mit Leo XIV. gibt, ist offen.
„Die Nonnen hatten die Reise in letzter Minute antreten können, nachdem ihnen von den zuständigen Institutionen grünes Licht signalisiert worden war“, teilte der kirchenrechtliche Berater der Frauen, Wolfgang Rothe, am Mittwoch in einer Aussendung mit.
Der Salzburger Erzabt Jakob Auer – er wurde jüngst vom Vatikan zum Assistenten des für die Nonnen zuständigen Apostolischen Kommissars Propst Markus Grasl ernannt – sei stets über jeden Schritt der Schwestern informiert gewesen. „Für Kommunikationsprobleme zwischen dem Apostolischen Kommissar und seinem Assistenten tragen weder die Schwestern noch das Helferteam Verantwortung.“
Frauen gegen ihren Willen nach Rom verbracht?
Grasl hatte am Dienstagnachmittag scharf kritisiert, dass die Nonnen nicht auffindbar seien. Sie seien „ohne jegliche Information an die zuständigen Ordensoberen“ aus dem Kloster verschwunden. „Sollten die Schwestern bis Mittwoch nicht wieder im Kloster auftauchen, sehen wir uns gezwungen, die Behörden zu informieren und Anzeige zu erstatten.“
Die Schwestern hätten mehrfach – unter anderem bereits Mitte April schriftlich – betont, die Reise nach Rom nicht anzutreten. Zu befürchten sei, dass sie gegen ihren Willen nach Rom verbracht wurden.
Ob die nun doch erfolgte Reise nach Rom kirchenrechtliche Folgen für die Nonnen haben wird, ist nicht klar. Ihren Unterstützern zufolge waren alle drei Frauen noch nie in Rom.
Die drei Augustiner-Chorfrauen waren im vergangenen September gegen den Willen ihres Oberen Grasl von einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. Da sich in der Folge die drei Nonnen und der Propst nicht auf eine Lösung einigen konnten, schalteten beide Seiten den Vatikan ein.
Dieser beließ Grasl in seiner Funktion als Ordensoberer für die Schwestern, stellte ihm aber den jungen Salzburger Erzabt zur Seite. Dieser soll nun mithelfen, eine Vereinbarung auszuarbeiten, die dem Wunsch der Schwestern Rechnung trägt, im Kloster Goldenstein wohnhaft zu bleiben.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.