Der russische Handel mit Bodenschätzen und Getreide aus den besetzten ukrainischen Gebieten ist der Führung in Kiew bereits seit Längerem ein Dorn im Auge. Präsident Wolodymyr Selenskyj droht immer wieder mit Sanktionen gegen alle am Handel Beteiligten. Nun gerät Israel stärker ins Visier.
Nach Selenskyjs Angaben hat in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Frachter Getreide aus den besetzten ukrainischen Gebieten nach Israel transportiert. Das Schiff soll im Hafen Haifa entladen werden. Am Montag bestellte das ukrainische Außenministerium in Kiew deshalb den israelischen Botschafter Michael Brodsky ein. Israels Außenminister Gideon Saar forderte, Kiew solle Beweise für seine Vorwürfe vorlegen.
Zeitung: Heuer bereits vier Lieferungen nach Israel
Nach Recherchen der regierungskritischen Zeitung „Haaretz“ ist es in diesem Jahr bereits die vierte derartige Lieferung. Schon seit 2023 sei in Israel mehrfach Fracht eingetroffen, die aus den besetzten Gebieten stammen könnte; es gebe ein „bestimmtes Muster“. Selenskyj sagte, Sanktionen sollten diejenigen treffen, die das Getreide transportieren, und „die Personen und Firmen, die von diesem kriminellen Schema zu profitieren versuchen“.
Selenskyj: „Wir erwarten uns, dass Israel das unterlässt“
„In jedem normalen Land ist der Kauf von gestohlenem Gut eine Straftat. Das gilt insbesondere für Getreide, das Russland gestohlen hat“, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. „Wir erwarten, dass Israel die Ukraine respektiert und alles unterlässt, was unsere bilateralen Beziehungen untergräbt“, so der ukrainische Präsident weiter.
Russland kontrolliert seit der Annexion der Halbinsel Krim 2014 und dem Einmarsch von 2022 etwa ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebietes. Der Südosten der Ukraine ist nicht für Bergbau und Industrie wichtig, sondern wegen seiner Schwarzerdeböden auch für die Landwirtschaft. Die Ukraine betrachtet den Handel mit Gütern aus den besetzten Gebieten als illegal.
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