Hacker sind schamlos:

„Cyberangriffe auf Krankenhäuser jetzt täglich“

Oberösterreich
12.06.2026 09:00

Der alte Ehrenkodex für Hacker, vor Kliniken Halt zu machen, gilt offenbar nicht mehr. Die Welser IT-Firma x-tention versucht, Gesundheitseinrichtungen zu schützen – das Geschäft boomt.

„Es gab so etwas wie einen Ehrenkodex: Krankenhäuser waren von Cyber-Angriffen ausgenommen“, sagt Herbert Stöger. Doch seit einigen Jahren pfeifen Hacker auf diese moralische Richtlinie: „Cyberangriffe auf Krankenhäuser passieren jetzt täglich.“

Stöger ist Geschäftsführer der Firma x-tention aus Wels, die IT-Systeme für Gesundheitseinrichtungen anbietet. 95 Prozent der österreichischen Spitäler sind Kunden der Welser. Zusätzlich hat das Unternehmen sein Geschäft auf den gesamten deutschsprachigen Raum ausgeweitet. Auch die bekannte Uniklinik Heidelberg ist ein Kunde.

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Ein Schlüsselfaktor ist der Datenschutz, weil sich alle Bürger zu Recht erhoffen dürfen, dass ihre Daten in Kliniken geschützt sind.

Herbert Stöger, Gründer und CEO von x-tention

„Betrieb lahmlegen und Geld erpressen“
„Bei den Angriffen geht es weniger um das Stehlen von Patientendaten, sondern darum, den Betrieb lahmzulegen und Geld zu erpressen“, so Stöger. Sind die digitalen Attacken erfolgreich, sei das eine „Vollkatastrophe“: „Es können dann zum Beispiel keine neuen Patienten aufgenommen werden.“ Den Kunden von x-tention sei das aber noch nie passiert. Das Geschäft der Firma boomt – nicht zuletzt wegen der zunehmenden Cyber-Attacken, vor allem aber wegen der Digitalisierung im Allgemeinen. Das Unternehmen ist seit der Gründung 2001 von sechs auf heute rund 850 Mitarbeiter angewachsen.

Die neue Firmenzentale in Wels.
Die neue Firmenzentale in Wels.(Bild: x-tention)

30 Millionen Euro für neue Firmenzentrale
Weil der Platz ausging, investierte die Firma 30 Millionen Euro in ein neues Headquarter in Wels – Donnerstagabend wurde es offiziell eröffnet. „Wir glauben, dass wir im Herzen Österreichs sind“, begründet Stöger die Entscheidung für den Standort, wo die Firma auch ihren Ursprung hat. Vor allem die Bildungsumgebung mit mehreren HTL-Schulen sei vorteilhaft.

In ähnlicher Tonart soll es weitergehen: „Wir haben zehn bis 15 Prozent Wachstum pro Jahr“, sagt der Geschäftsführer. Der Umsatz lag zuletzt bei 120 Millionen Euro, Ergebniszahlen werden aber nicht verraten.

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