„Bürokratiemonster“

Industrie schreibt Bitt-Brief an Kanzler Stocker

Wirtschaft
25.04.2026 20:50

Die Industriellenvereinigung läuft gegen die Entgelttransparenzrichtlinie Sturm. Sie spricht von einer „Lohnbürokratierichtlinie, ein Instrument für Lohnschnüffelei und als Sprengstoff für die Kollektivverträge“. Die Unternehmer wenden sich mit einem Brief, der der „Krone“ vorliegt, an Bundeskanzler Christian Stocker. Er möge auf die EU einwirken.

Die Industrie warnt vor „erheblichen Belastungen für Unternehmen und den Standort“ und sieht das bewährte österreichische Kollektivvertragssystem unter Druck geraten. Etliche EU-Staaten würden die Entgelttransparenzrichtlinie nicht zeitgerecht umsetzen oder lehnen sie gänzlich ab. Schweden hat etwa ausdrücklich mitgeteilt, derzeit keinen Gesetzesentwurf vorzulegen und sich für eine Verschiebung des Inkrafttretens und eine Neuverhandlung der Richtlinie mit dem Ziel einer Vereinfachung der Regeln einzusetzen.

Kanzler Stocker soll auf EU-Ebene aktiv werden.
Kanzler Stocker soll auf EU-Ebene aktiv werden.(Bild: Eva Manhart)

Die Richtlinie enthält umfangreiche neue Pflichten für alle Unternehmen, wie etwa Auskunftsrechte und ab bestimmten Betriebsgrößen Vorgaben zu Berichts- und Veröffentlichungspflichten zum Entgeltgefälle, Pflichten zur gemeinsamen Entgeltbewertung in Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretern sowie Pflichten zu Abhilfemaßnahmen.

Es sind weitreichende Vorgaben zu Verfahrensrechten, Beweislastverlagerung, Zugang zu Beweismitteln, Verfahrenskosten und Sanktionen vorgesehen. Die Richtlinie werfe, so die Industrie, weitreichende Fragen und Unsicherheiten auf. Dabei gehe es nicht nur um die Gefahr einer Übererfüllung, auch eine starre Umsetzung der Richtlinie würde die Wirtschaft durch Überregulierung und massiven Mehraufwand belasten, warnt die IV.

Unternehmen werden von Bürokratie erdrückt
Die Unternehmer verlangen ein „Zurück an den Start“ und eine grundlegende Überarbeitung, bevor ein weiteres Bürokratiemonster auf die Unternehmen zukommt. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist selbstverständlich. Doch die aktuelle Umsetzung droht, Unternehmen massiv zu belasten, ohne die eigentlichen Probleme zu lösen.“

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