Restaurants verklagt

Spanien: Aus „La Mafia“ wird jetzt „La Familia“

Ausland
24.04.2026 12:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach jahrelangem diplomatischem Druck und einem Gerichtsverfahren verschwindet der Begriff „Mafia“ von den Schildern einer der bekanntesten Restaurantketten Spaniens. „La Mafia se sienta a la Mesa“ („Die Mafia sitzt mit am Tisch“) wird zu „La Familia se sienta a la Mesa“ („Die Familie sitzt mit am Tisch“) – eine Änderung, die als Erfolg Italiens gewertet wird, das sich seit Langem gegen die kommerzielle Nutzung von Mafia-Klischees einsetzt.

Ausgangspunkt der Wende war eine Entscheidung des spanischen Patent- und Markenamts, das die Marke im März für nichtig erklärte, da sie gegen die öffentliche Ordnung und die Moral verstoße. Damit folgte die Behörde den Argumenten der italienischen Botschaft in Madrid und früheren europäischen Urteilen. So hatte das Gericht der Europäischen Union bereits 2018 festgestellt, dass die Bezeichnung ein „insgesamt positives“ Bild der Mafia vermitteln und ein kriminelles Phänomen verharmlosen könne. Die spanische Restaurantkette hätte binnen eines Monats Berufung einlegen können, verzichtete jedoch darauf angesichts der gegen sie ergangenen Entscheidungen.

Druck aus Italien gegen kriminelle Stereotypen wächst
Über Jahre hatte die 2000 in Saragossa vom Unternehmer Javier Floristán gegründete Kette mit der Ambivalenz zwischen Ironie und Provokation gespielt. Doch in den vergangenen Jahren war der Druck aus Italien gewachsen, das seine Gastronomie nicht mit kriminellen Stereotypen verknüpft sehen will.

Der Konzern hat sich nun zur Anpassung entschlossen, wie italienische Medien am Freitag berichteten. Die Umbenennung betrifft rund 90 Restaurants und soll bis Ende Mai abgeschlossen sein. Die Eröffnung des ersten Lokals mit neuem Namen ist am 5. Mai in Madrid im Stadtteil Serrano vorgesehen.

Für das Unternehmen – mit einem Umsatz von 135 Millionen Euro im Jahr 2024 und neuen Expansionsplänen – beginnt damit eine neue Phase. Zugleich bleibt für Italien das Problem bestehen: Nach Schätzungen des italienischen Landwirtschaftsverbands Coldiretti gibt es weltweit rund 300 Restaurants, deren Namen auf organisierte Kriminalität anspielen.

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