Es geht um 12 Euro

Preis- statt Tortenschlacht zum Ryanair-Jubiläum

Salzburg
23.04.2026 14:36

Seit 25 Jahren bedient die Billigfluglinie Ryanair den Salzburger Flughafen und damit Österreich. Dieser Anlass musste am Donnerstag in der Mozartstadt gefeiert werden. Aufs überschwängliche Korkenknallen hat Ryanair aber verzichtet und sich stattdessen mit einem dringlichen Wunsch an die Regierung gewandt: Die Luftverkehrssteuer in Höhe von 12 Euro solle schnellstens abgeschafft werden. Ansonsten drohe die Fluglinie mit dem Rückzug aus Österreich.

Es gibt sie, die Geburtstagspartys, bei denen nicht so wirklich Stimmung aufkommen will. Auch beim 25-Jahr-Jubiläum von Ryanair in Salzburg wurde der Kuchen erst einmal links liegengelassen. Den Jubilar plagen derzeit nämlich gravierende finanzielle Sorgen.

Langsamer Rückzug aus Österreich drohe
„Es sind ja nur 12 Euro pro Person, mag sich der eine oder andere denken. Aber wenn Sie sich vor Augen führen, dass der durchschnittliche Ryanair-Flug 50 Euro ausmacht, dann sind 12 Euro 25 Prozent davon“, schilderte Ryanairs Andreas Gruber. Gemeint ist die Luftverkehrssteuer, die den Standort Österreich für Fluglinien – nicht nur für Ryanair alleine – zunehmend unattraktiv macht.

Einige Konkurrenten, wie etwa WizzAir, hätten schon auf den Wettbewerbsnachteil reagiert und ihre Flieger aus Österreich abziehen müssen. Auch Ryanair werde nichts anderes übrig bleiben, sollte keine baldige Lösung für das Problem gefunden werden. „Wir fordern die österreichische Regierung erneut auf, dringend zu reagieren und die schädliche Luftverkehrssteuer bis zum 1. Mai abzuschaffen“, so Gruber.

Auch Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) sprach sich am Donnerstag klar gegen die 12-Euro-Steuer aus: „Diese Abgabe ist aus der Zeit gefallen und sie ist Standort-schädlich.“ Andere Länder, die diese Steuer nicht hätten, würden wirtschaftlich deutlich von einer besseren Luftfahrtinfrastruktur und den positiven Auswirkungen davon profitieren.

Ryanair hat sich Treibstoff bis April 2027 gesichert
Weniger Angst hat die Billigfluglinie derzeit vor dem noch andauernden Iran-Krieg und seinen Folgen. „Unser Treibstoffbedarf ist langfristig bis April 2027 abgesichert, und zwar für einen Preis von 67 Dollar pro Barrel. Aktuell liegt dieser bei rund 150 Euro“, erklärt Ryanairs Andreas Gruber. So könnten auch über die Sommermonate noch ohne Probleme günstige Flugpreise angeboten werden.

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